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22.06.2016 | originalarbeit | Ausgabe 3/2017 Open Access

Psychotherapie Forum 3/2017

Emotionserleben, Emotionsregulation und strukturelle Störung bei Jugendlichen

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum > Ausgabe 3/2017
Autoren:
Eva Huber, Astrid Bock, Miriam Hans, Elke Wieser, Maria Steinmayr-Gensluckner, Kathrin Sevecke, Cord Benecke
Wichtige Hinweise
Diese Arbeit ist Teil des Leitthemas „Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen“.

Zusammenfassung

Das Integrationsniveau psychischer Struktur steht mit psychischer Krankheit, sowie den Bereichen Emotionserleben und Emotionsregulation in engem Zusammenhang. Es lassen sich hierin basale Dimensionen vermuten, deren differenzierte Betrachtung wichtig ist, um zwischen einem passageren Geschehen und strukturellen Defiziten entscheiden zu können. Eine umfassende strukturelle Diagnostik wäre im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bereich wünschenswert, ist jedoch mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden, weshalb eine Umsetzung im klinischen Alltag oftmals nicht möglich ist. Ziel dieser Studie ist es, ein im klinischen Alltag ökonomisch durchführbares „Risiko-Screening“ zu erproben. So wurde anhand von 51 OPD-KJ Interviews mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren eine Einschätzung des Strukturniveaus getätigt. Diese Jugendlichen füllten zusätzlich zwei Fragebögen aus: einen Fragebogen zum Emotionserleben und zur Emotionsregulation (EER) und den Fragebogen zur Persönlichkeitsorganisation (IPO-16). In der vorliegenden Arbeit wurde getestet, ob durch die Ergebnisse der beiden Selbstbeurteilungsverfahren vorhergesagt werden kann, bei welchen Jugendlichen weiterführende Strukturdiagnostik indiziert ist. Die Ergebnisse zeigen, dass das reduzierte Erleben positiver Emotionen und die Neigung, auf subjektiv als schwierig erlebte Gefühle mit einem Blackout zu reagieren, knapp 60 % der strukturell beeinträchtigten Jugendlichen korrekt zuordnete. Vierzig Prozent der strukturell vulnerablen Jugendlichen blieben jedoch durch dieses Screening unerkannt. Aus den Ergebnissen ist zu schließen, dass ein auf Selbstbeschreibungsverfahren beruhendes Screening im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik zu Beginn der Behandlung im jugendpsychiatrischen Bereich nicht ohne zusätzliches klinisches Expertenurteil empfohlen werden kann.
Literatur
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