Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

22.02.2019 | original article Open Access

Zehn Jahre multimodale Therapie uvealer Melanome an der Universitätsaugenklinik Innsbruck

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde
Autoren:
Dr. Teresa Rauchegger, PhD Dr. Georgios Blatsios, Dr. Gertrud Haas, Priv.-Doz. Dr. Claus Zehetner, Prof. Dr. Dr.h.c. Nikolaos E. Bechrakis
Wichtige Hinweise
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Beitrag überwiegend das generische Maskulinum verwendet. Dies impliziert immer beide Formen, schließt also die weibliche Form mit ein.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

Das uveale Melanom ist der häufigste maligne intraokulare Tumor des Erwachsenen. Durch verschiedene strahlentherapeutische Behandlungsmethoden kann in den meisten Fällen eine lokale Tumorkontrolle erzielt werden, sodass die früher oft notwendige Enukleation vermieden werden kann. Seit Januar 2008 werden an der Innsbrucker Augenklinik vorstellige Patientinnen und Patienten mit uvealen Melanomen unterschiedlicher Größe einer Protonentherapie zugeführt. Anschließend erfolgt in speziellen Fällen eine chirurgische Resektionsmethode wie die Endoresektion oder transsklerale Tumorresektion.

Material und Methode

Im Zeitraum von Januar 2008 bis Dezember 2017 wurden an der Innsbrucker Augenklinik 245 Patienten mit uvealen Melanomen behandelt. Es wurden 170 Aderhautmelanome, 64 Aderhaut-Ziliarkörpermelanome, 7 Irismelanome und 5 Iris-Ziliarkörper-Melanome diagnostiziert. Das Verhältnis von Frauen zu Männern war 127 (51,8 %) zu 118 (48,2 %) und das durchschnittliche Alter 60 Jahre.

Resultate

Es erhielten 174 Patienten eine Protonenbestrahlung. In 14 Fällen führte man nach erfolgreicher Protonenbestrahlung eine Endoresektion und bei 7 Patienten eine transsklerale Tumorresektion durch. Eine Patientin erhielt nach LINAC-Bestrahlung eine Endoresektion. Eine primäre Enukleation musste wegen fortgeschrittenem Tumorstadium oder bei signifikantem Visusverlust bei 68 Patienten durchgeführt werden. Bei 3 Irismelanomen wurde eine primäre Tumorexzision durchgeführt. Die Visusminderung korrelierte mit der Größe des Tumors, der Nähe zur Papille bzw. Fovea und postinterventionellen Komplikationen. Eine lokale Tumorkontrolle konnte in 98,3 % der Fälle nach Protonenbestrahlung erzielt werden.

Schlussfolgerung

Die Haupttherapieziele sind eine lokale Tumorkontrolle, der Erhalt des Auges und schließlich ein möglichst guter Visus. Durch die Protonenbestrahlung können Tumoren sehr präzise bestrahlt werden, daher wird diese Bestrahlungsmodalität für Tumoren am hinteren Pol bevorzugt. Bei großen Tumoren kann nach Protonenbestrahlung und ergänzender chirurgischer Tumorresektion das Auge in fast allen Fällen erhalten werden.
Literatur
Über diesen Artikel