Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

14.10.2020 | originalarbeit Open Access

Der Offene Dialog in der Behandlung von Patient_innen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum
Autoren:
Karsten Giertz, Volkmar Aderhold
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Im Beitrag stellen die Autoren das Konzept der bedürfnisangepassten Behandlung und des Offenen Dialoges vor. Hierbei handelt es sich um innovative therapeutische Behandlungskonzepte, die ab den 1980er Jahren in Finnland zunächst für Menschen mit psychotischem Erleben entwickelt wurden und später auch in mehreren nordeuropäischen Ländern in vielen Regionen des öffentlichen psychiatrischen Regelversorgungssystems eingeführt wurden. Mittlerweile wird dieser Ansatz auch bei weiteren Gruppen von Patient_innen erfolgreich angewendet und hat sich weiter regional weltweit verbreitet.
Bei Erstbehandlungen und Krisen steht die Frühintervention durch Netzwerkgespräche im Vordergrund. Dabei fokussieren die Netzwerkgespräche auf die Förderung von Dialogen indem jede(r) gehört wird, damit neue psychologische Bedeutungen von Symptomen und eine gemeinsame Erfahrung dieses Prozesses entstehen können. Die Netzwerkmitglieder helfen, damit ein vielstimmiges Bild der Vorgeschichte und wichtiger Ereignisse entsteht und verständigen sich darüber, was zu tun ist, um so die Handlungsfähigkeit der Betroffenen in ihrem eigenen Leben zu fördern. So kann ein individuell angepasster Behandlungsprozess entstehen, bei dem die jeweiligen Akteur_innen im Rahmen von Netzwerkgesprächen miteinander in Verbindung gebracht werden, so dass sich die verschiedenen für sinnvoll erachteten Ansätze gegenseitig ergänzen und eine Konkurrenz vermieden wird.
Obwohl sich die Mehrzahl der existierenden naturalistischen Evaluationsstudien auf die Behandlung von Menschen mit erster psychotischer Episode beziehen, werden die Prinzipien dieses Ansatzes seit vielen Jahren bei allen Krisensituationen und bei Bedarf darüber hinaus angewendet und sind daher nicht als diagnosespezifisch anzusehen. Wesentliche evidenzbasierte Elemente multiprofessioneller psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung werden somit ergänzt durch eine systemisch dialogische Praxis. In diesem Beitrag vertiefen die Autoren die Methodik des Offenen Dialoges im Kontext der psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlung von Borderline-Patient_innen.
Literatur
Über diesen Artikel