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10.12.2020 | originalarbeit | Ausgabe 3-4/2020 Open Access

Psychotherapie Forum 3-4/2020

Borderline? Oder doch eher hochsensibel?

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum > Ausgabe 3-4/2020
Autor:
Sandra Konrad
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Menschen mit Hochsensibilität (SPS; Aron und Aron 1997) und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) weisen, basierend auf ihrem Temperament, Gemeinsamkeiten in Bezug auf ihre hohe Empfindsamkeit und Verletzlichkeit auf. Beide Personenkreise zeigen beispielsweise Beziehungsängste und Sorge vor interpersoneller Zurückweisung. Erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer BPS und SPS liefert eine Studie von Meyer et al. (2005). Im Zeitraum 2015–2016 wurden im deutschsprachigen Raum N = 1105 Erwachsene (MW-Alter 39,75 Jahre; SD = 11,50, 954 Frauen) online zu ihrer Feinfühligkeit und ihren BPS Symptomen befragt. SPS wurde mit der validierten deutschen Fassung der High Sensitiv Person Scale (HSPS-G) erhoben. Die BPS Symptome wurden mithilfe der Subskala Borderline (BL) des Persönlichkeits-Stil- und Störungs-Inventar (PSSI) erfasst. Die Korrelationen zwischen PSSI-BL und SPS zeigten schwache bis mittlere Zusammenhänge, jedoch waren die Zusammenhänge nach Auspartialisierung der jeweils anderen beiden Subskalen der HSPS‑G mit BL (spontaner-Borderline-Typus) geringer und finden sich eher im Zusammenhang mit dem Faktor EOE (Leichte Erregbarkeit) wieder. Im Gruppenvergleich berichten hochsensible Menschen höhere Werte auf der PSSI-BL-Subskala als Nicht-Hochsensible. Da BPS und SPS Überschneidungspunkte aufweisen, sollte SPS bei BPS gegebenenfalls mit in Erwägung gezogen werden. Behandlungsimplikationen nach kognitiv-behavioralen Ansätzen werden vorgeschlagen.
Literatur
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