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13.06.2019 | originalarbeit | Ausgabe 3/2019 Open Access

neuropsychiatrie 3/2019

Verteilungsmuster psychopathologischer Störungen und deren Bezug zum psychosozialen Hintergrund bei Erstvorstellungen an der Terminambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universitätsklinik Salzburg

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 3/2019
Autoren:
M. Sc. Christine Skrivanek, Dr. med. univ. Elisabeth Marte, Dr. med. univ. Kornelius Winds, Prof. Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, PD Dr. Belinda Plattner
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Grundlagen

Die vorliegende Studie beschreibt die Prävalenz psychischer Störungen und psychosozialer Belastungen einer Kohorte von geplant erstvorstelligen PatientInnen an einer kinder- und jugendpsychiatrischen Spitalsambulanz.

Methodik

Einhundertdreiundachzig PatientInnen im Alter von 10–19 Jahren wurden mittels Mini International Neuropsychiatric Interview for Children and Adolescents und Multidimensional Clinical Screening Inventory untersucht. Pearson’s Chi-Square Tests wurden angewandt, um alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Häufigkeit psychiatrischer Störungsbilder sowie deren Zusammenhang mit den psychosozialen Hintergründen zu untersuchen.

Ergebnisse

Die meisten PatientInnen (86,9 %) präsentierten sich mit einer psychischen Störung, wobei 72,4 % bereits außerhalb des Krankenhauses psychische Behandlung in Anspruch genommen haben. Es zeigten sich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Erkrankungshäufigkeit und Lebensalter. Internalisierende Störungen traten häufiger bei älteren und externalisierende Störungen häufiger bei männlichen sowie jüngeren PatientInnen auf. 65,2 % zeigten Symptome mindestens einer komorbiden Störung. Jungen und jene mit mindestens einer externalisierenden Störung wiesen mehr Probleme in der Schule auf. Jungen waren öfter von extra-familiärer Gewalt, Mädchen öfter von sexuellem Missbrauch betroffen. Mädchen und PatientInnen mit internalisierenden Störungen zeigten häufiger selbstverletzendes Verhalten und Selbstmordversuche. Die Kombination von externalisierenden und internalisierenden Störungen begünstigte Drogenkonsum. Jungen verbrachten ihre Freizeit häufiger am PC.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse zeigen, dass einige Psychopathologien in Zusammenhang mit bestimmten psychosozialen Belastungen stehen. Vor allem Jungen zeigen sich im Schulsystem vulnerabel. Die im Zusammenhang mit psychischer Störung beobachteten psychosozialen Belastungen und die vorhandene Bereitschaft der PatientInnen, extramurale psychische Behandlungen in Anspruch zu nehmen, unterstützen die Notwendigkeit eines vernetzen Arbeitens an der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Einbezug der Eltern, Schulen und der Kinder- und Jugendhilfe.
Literatur
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