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11.11.2021 | Notfallmedizin

Ulmer Notfallalgorithmus

Die Akuttherapie von medikamenteninduzierten bradykininvermittelten Angioödemen

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin
Autoren:
Priv.-Doz. Dr. Janina Hahn, Dr. Bastian Bock, Prof. Dr. Claus-Martin Muth, Dr. Anja Pfaue, Dr. Daniel Friedrich, Prof. Dr. Thomas K. Hoffmann, Prof. Dr. Jens Greve
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin 8 · 2019;114:708–716, https://​doi.​org/​10.​1007/​s00063-018-0483-1 erstpubliziert. Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autoren.

Zusammenfassung

Hintergrund

Bradykininvermittelte durch Medikamenteneinnahme induzierte Schwellungen wie das durch einen Angiotensin Converting Enzym-Inhibitor induzierte (ACEi) Angioödem (AE) treten fast ausschließlich im Bereich der oberen Schluck-Atem-Straße auf und sind somit potenziell lebensbedrohlich. Bislang gibt es für diese Krankheitsentität weder eine Leitlinie noch eine zugelassene medikamentöse Therapieform. Die üblicherweise verabreichten Kortisonderivate und Antihistaminika zeigen sich annähernd wirkungslos.

Ziel der Arbeit

Erstellung eines Algorithmus als mögliches Leitschema zur Notfallversorgung und Akuttherapie der medikamenteninduzierten, bradykininvermittelten Angioödeme.

Material und Methoden

Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller Patienten mit akutem Angioödem an der Klinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Ulm, in der Therapie und Verlauf akuter Schwellungen untersucht wurden. Weiterhin erfolgte eine PubMed-Literaturrecherche mit den Suchwörtern „acute angioedema“, „angioedema emergency“, „ACE angioedema“, „bradykinin angioedema“ und „angioedema therapy“. Eine weitere Basis stellten die aktuellen Leitlinien zum hereditären Angioödem, der Therapie der Anaphylaxie sowie anästhesiologische Leitlinien des Atemwegsmanagements dar.

Ergebnisse

Ein Notfallalgorithmus im Sinne eines Ablaufdiagramms wurde erstellt. Schwerpunkte sind dabei die Kriterien „Entscheidung zur Atemwegssicherung/Intubation“ und die medikamentöse Therapie: Antihistaminika und Glukokortikoide versus Antibradykinintherapie. Ein weiterer Aspekt lag in Empfehlungen zur detaillierten Durchführung der stationären Patientenüberwachung.

Schlussfolgerung/Diskussion

Bislang ist die Therapie der medikamenteninduzierten, bradykininvermittelten Angioödeme nur „off-label“ und ohne Leitliniengrundlage möglich. Der dargestellte Notfallalgorithmus stellt einen ersten strukturierten Ansatzpunkt für die Akutversorgung betroffener Patienten dar.

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Literatur
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