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11.07.2017 | übersicht | Ausgabe 4/2017 Open Access

neuropsychiatrie 4/2017

Das Schizoidie-Konzept in der Psychiatrie

Von der Schizoidie über die Schizotypie zu den Cluster‑A‑Persönlichkeitsstörungen

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 4/2017
Autor:
Univ. Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Kapfhammer
Wichtige Hinweise
Diese Arbeit basiert auf einem Vortrag bei der 7. Münsterlinger Tagung Psychotherapie in Psychiatrie und Psychosomatik „Schizoidie und schizoide Persönlichkeitsstörung“, 02.12.2016

Zusammenfassung

In einer historischen Konzeptperspektive werden Merkmale der prämorbiden Persönlichkeit schizophrener Patienten als schizoid gekennzeichnet. Ähnlichkeiten mit dieser prämorbiden Schizoidie werden gehäuft auch bei den Persönlichkeiten im familiären Umfeld aufgedeckt (Bleuler, Kahlbaum, Kraepelin). Die Verbindung mit dem Konzept schizophrener Spektrumsstörungen geschieht bereits vor der DSM-III-Ära (Kretschmer, Hoch, Polatin). Erste Operationalisierungen sind grundlegend für die Etablierung der Cluster-A-Persönlichkeitsstörungen im DSM-III. Durch das entwicklungspsychopathologisch assoziierte Konzept der Schizotypie (Kety, Rado, Meehl) kommt es zu einer Dreiteilung in die schizotypische, schizoide und paranoide Persönlichkeitsstörung. Epidemiologische Studien unterstreichen, dass Cluster-A-Persönlichkeitsstörungen in der Bevölkerung häufig sind. Die Inanspruchnahme von psychiatrischen Einrichtungen ist verglichen mit den Cluster-B- und -C-Persönlichkeitsstörungen aber deutlich geringer, bei der schizoiden Persönlichkeitsstörung sogar verschwindend. Der familien- und zwillingsgenetische Zusammenhang von schizotypischer Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie konnte in zahlreichen Studien überzeugend erhärtet werden, in einem deutlich geringeren Maße auch für die paranoide Persönlichkeitsstörung, nur vereinzelt auch für die schizoide Persönlichkeitsstörung. Empirische Ergebnisse zeigen, dass schizotypische Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie vorteilhaft in molekulargenetische, neurobiologische, neuropsychologische und psychosoziale Forschungskontexte eingebunden und stimmig in der Perspektive von schizophrenen Spektrumsstörungen konzeptualisiert werden können. Diesbezüglich bestehen für die paranoide und schizoide Persönlichkeitsstörung nach wie vor bedeutsame Forschungsdefizite.
Literatur
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