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Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie 2/2014

01.12.2014 | Leitthema

Verabschiedung von Prof. Lischka

verfasst von: Dr. J. Berger

Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie | Sonderheft 2/2014

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Sehr geehrter Herr Prof. Lischka, sehr geehrte Festgäste,
ich möchte mich im Namen aller meiner Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich dafür bedanken, was du für die Abteilung und für jeden Einzelnen von uns getan und erreicht hast. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen – damit könnte man einen Abend füllen, damit könnte man auch ganze Bücher füllen, und das haben wir getan: Wir haben ein Buch zusammengestellt, in dem jeder Mitarbeiter deiner ehemaligen Abteilung eine Seite gestaltet hat und sich damit von dir ganz persönlich und individuell verabschiedet und dir alles Gute für die Zukunft wünscht. (Überreichung des Buches.)
Ein paar Highlights dürfen aber dennoch nicht unerwähnt bleiben:
Da war zum einen das legendäre Kinderfest, das dir sehr am Herzen lag. Seit 1995 feierten wir jährlich im Juni ein Fest mit unseren ehemaligen PatientInnen und deren Eltern. Zunächst in Glanzing klein begonnen, ist das Fest von Jahr zu Jahr gewachsen – und am Ende zählten wir, im Jahr 2007, dann schon über 2500 Besucher! Das Wiener Volksbildungswerk und die Bezirksfestwochen haben uns dabei unterstützt. Einerseits wollten wir damit den uns – medizinisch – anvertrauten Familien nach oft recht belastenden Spitalsaufenthalten unbeschwerte und fröhliche Stunden bereiten. Andererseits hatten diese Feste auch zum Ziel, Kindern einen angstfreien Zugang zum Krankenhaus zu gewähren. Bis zu 25 Schulklassen nahmen an diesen Vormittagen teil. Diese Kinder haben zuvor bunte Fahnen gemalt, die alle im Park rund um die Kinderklinik aufgehängt wurden. Wir zeigten ihnen den Ultraschall, erklärten Röntgenbilder, ein Blutbild im Mikroskop und vieles mehr. Es gab Kinderreanimationskurse, und eine besondere Attraktion waren natürlich die beiden Rettungsautos von der Johanniter Unfallhilfe. Spielstationen, Jause, Grillhendl, ein Eiswagen, Heliumballons, Bühne, Musik, Clowns (u. a. Heinz Zuber als Enrico, der auch die Eltern noch begeisterte), Stelzengeher, Tombola und vieles mehr rundeten das Programm ab.
Ein besonderes Event war auch das Symposium im Palais Ferstl im Jahr 1995 anlässlich der 80-Jahr-Feier des Bestehens der Kinderklinik Glanzing. Kardinal König hielt den Festvortrag „Medizinischer Fortschritt und ethische Fragen“, namhafte internationale Referenten wie Jack Widness, Jack Aranda, Ann Stewart, Richard Appleton und William Taeusch hielten in feierlichem Rahmen aktuelle wissenschaftliche Vorträge zum Thema „Am Pulsschlag der Neonatologie“. Zehn Jahre später, wieder im Palais Ferstl, stand zur 90-Jahr-Feier der Kinderklinik Glanzing „Das neonatale Gehirn“ im Mittelpunkt. Dazu referierten Sunny Anand, Klas Blomgren, Björn Scheffler und Karl-Heinz Brisch.
Mit Heinz Salzer und der geburtshilflichen Abteilung veranstalteten wir gemeinsam über viele Jahre das interdisziplinäre Symposium im Schloss Wilhelminenberg.
Du hattest die schwierige Aufgabe, gleich zwei Fusionierungen durchzuführen: einmal die Zusammenlegung mit der psychosomatischen Abteilung im Wilhelminenspital, die schon zuvor mit der Kinderinternen Abteilung zusammengelegt worden war, dann ein paar Jahre später mit der Infektionsabteilung. Somit hattest du die Arbeitsbelastung, die zuvor auf vier Primariate aufgeteilt war, alleine zu tragen. Eine Leistung, die nur jemandem gelingt, der so viel und scheinbar unerschöpfliche Kraft und Energie besitzt wie du.
Du hast einige von uns nach England, Australien und in die USA zu Ausbildungen geschickt. Du hast an unserer Abteilung die erste PVC-freie Intensivstation in Österreich etabliert. Du hast Qualitätsmanagement an der Abteilung – damals noch als Pilotprojekt – eingeführt. Du hast das erste Babynest in Wien etabliert. Besonders geschätzt haben wir deinen Familiensinn, den du uns mit deiner eigenen Familie vorgelebt hast, der aber auch im Verständnis zum Ausdruck kam, wenn wir Probleme mit unseren Kindern hatten. Du warst Vorreiter bei der Gewährung der Väterkarenz. Und es gäbe noch so viel an Verdiensten zu erzählen, aber das würde das Ende der Veranstaltung weit nach hinten verschieben, und damit vor allem den Beginn des Büffets, dass ich es damit belassen möchte.
Wir haben uns aber natürlich schon auch überlegt, womit wir dir zum Abschied eine Freude bereiten könnten. Jetzt wissen wir, dass du einerseits ein Musikliebhaber bist, aber andererseits als ehemaliger Militärpilot und Segler auch sehr sportbegeistert. Du bist ja nicht nur beim Wien Marathon über viele Jahre mit der Kinderklinik Glanzing mitgelaufen, sondern bist auch ein begeisterter Skitourengeher. Ich erinnere mich jetzt noch genau an die Zeit, in der wir von der alten Kinderklinik Glanzing im 19. Bezirk ins Wilhelminenspital übergesiedelt sind. Dort hast du die Kinderabteilung übernommen, die auf viele einzelne Pavillons aufgeteilt war. Somit waren damit auch deine Mitarbeiter über das ganze Areal verteilt. Eine deiner ersten Aktionen war, dass du jeden von uns mit einem Pager/Piepser ausgestattet hast, damit wir jederzeit für dich erreichbar waren. Und jetzt dreht sich der Spieß um: Jetzt kriegst du einen Piepser von uns, und zwar einen, mit dem wir dich mittels GPRS sogar auch in den Kitzbühler Alpen jederzeit finden können! Ich darf dir daher in unserer aller Namen zum Abschied dieses Lawinenpiepsgerät überreichen.
Prof. Lischka:
Vielen herzlichen Dank! Beides macht mir ganz besondere Freude! Ich muss lernen, dass ich ab sofort immer und jederzeit ortbar bin! ONE hatte so einen schlechten Empfang in den Bergen, aber jetzt mit GPRS gibt’s keine Ausrede mehr.
Nach 21-jähriger Tätigkeit als Vorstand der Kinderklinik Glanzing und anlässlich meines 65. Geburtstags darf ich Sie im Anschluss an das wissenschaftliche Symposiums zu einem Empfang, einem gemütlichen Beisammensein in die wunderschöne Bibliothek hier im Billrothaus der Gesellschaft der Ärzte in Wien einladen und freue mich schon auf viele spannende Gespräche.
Vielen Dank für Ihr Kommen und Ihr Interesse am Thema der Identitätsfindung jener Kinder, die ihre Eltern nicht kennen!

Interessenkonflikt

J. Berger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Metadaten
Titel
Verabschiedung von Prof. Lischka
verfasst von
Dr. J. Berger
Publikationsdatum
01.12.2014
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Pädiatrie & Pädologie / Ausgabe Sonderheft 2/2014
Print ISSN: 0030-9338
Elektronische ISSN: 1613-7558
DOI
https://doi.org/10.1007/s00608-014-0210-y