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06.06.2017 | editorial | Ausgabe 3/2017 Open Access

Psychotherapie Forum 3/2017

Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum > Ausgabe 3/2017
Autor:
Svenja Taubner
Wichtige Hinweise
Diese Arbeit ist Teil des Leitthemas „Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen“.
In diesem Themenheft werden hochaktuelle Beiträge versammelt, die verdeutlichen, wie relevant die Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen ist. Die frühzeitige Intervention hat dabei einen dreifachen Gewinn: das Leben der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien wird verbessert, es werden günstige Grundlagen für das Erwachsenenleben der Betroffenen geschaffen, da sie bedeutsame Lebensphasen für ihre Entwicklung nutzen können, und das wiederum schafft verbesserte Bedingungen für die nächste Generation an Eltern. Daher ist das vorliegende Themenheft auch als ein Plädoyer für die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen zu verstehen unter Berücksichtigung der jeweiligen Entwicklungsprozesse.
In dem Beitrag von Brigitte Ramsauer wird ein Forschungsüberblick zur Bedeutung des „neuen“ Vaters dargestellt. Der involvierte Vater hat einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung seines Kindes, wobei der Grad an Involviertheit und die Ausgestaltung der Co-Elternschaft mit der Qualität der Paarbeziehung zusammenhängen. Das Vater-Werden und Vater-Sein wird hier nachgezeichnet mit seinen positiven und negativen Seiten, denn auch Väter können postpartale Depressionen erleiden. Ramsauer schlussfolgert, dass in der Behandlung von Mutter-Kind-Dyaden der Vater stärker einbezogen werden sollte, da er einerseits als Ressource dienen kann und andererseits postpartale depressive Erkrankungen des Vaters so eingedämmt werden könnten.
In einer Originalarbeit stellen Huber und Kollegen ihre aktuelle Forschung zum Emotionserleben und zur Emotionsregulation von Jugendlichen dar und weisen auf die Bedeutsamkeit der psychischen Fähigkeiten oder Funktionen für die Entwicklung von Gesundheit in der Adoleszenz und später hin. Hierbei zeigte sich bei der Untersuchung von 51 Jugendlichen aus klinischen und nicht-klinischen Settings, dass reine fragebogenbasierte Untersuchungen nicht ausreichend sind, um eine sinnvolle klinische Diagnostik durchzuführen.
Fröhlich-Gildhoff klärt in seinem konzeptuell-klinischen Beitrag den Begriff der Resilienz und wie dieser für die Kinder- und Jugendpsychotherapie angewendet werden kann. Grundlage dafür ist die Erkenntnis, dass Beziehung als einer der wichtigsten Schutzfaktoren gilt, die die Entwicklung von Resilienz begünstigen. Die Psychotherapie kann ihrerseits dazu beitragen zu verstehen, wie eine gelingende Beziehungserfahrung gestaltet werden kann. Wie Resilienzförderung in der Kinder- und Jugendpsychotherapie konkret aussehen kann, wird anhand von sechs verschiedenen Beispielen erläutert.
Dixius und Möhler haben auf der Grundlage ihrer praktischen Erfahrungen mit minderjährigen Flüchtlingen ein therapeutisches Programm mit dem Namen START entwickelt, das spezifisch auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist und traumapräventiv ausgerichtet ist. Das Programm wurde in Deutschland bereits erfolgreich in der Jugendhilfe implementiert und wird aktuell evaluiert. START zielt darauf ab, Stresserleben im Zusammenhang mit Fluchterfahrungen zu mindern und die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken.
Wiegand-Grefe und Kollegen berichten über die Ergebnisse einer in Deutschland durchgeführten Psychotherapiestudie an 60 Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen einer ambulanten analytischen Psychotherapie behandelt wurden, die in Deutschland bis zu 150 h als Regelkontingent für Kinder und Jugendliche aufweist und komplett über die gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird. Die hier vorgestellte Studie fokussiert auf den Bereich der therapeutischen Veränderung bei Kindern und Jugendlichen mit vorwiegend externalisierender Symptomatik, die als schwerer behandelbar gilt. Die Ergebnisse zeigen klinisch bedeutsame Veränderungen bei knapp 60 % der Patienten im Therapeutenurteil und stellen somit eine vielversprechende Grundlage dafür dar, dass analytische Psychotherapien wirksam für die Behandlung externalisierender Symptome sein könnten.
Svenja Taubner

Interessenkonflikt

S. Taubner gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://​creativecommons.​org/​licenses/​by/​4.​0/​deed.​de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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