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01.11.2012 | original article | Ausgabe 5/2012

Spektrum der Augenheilkunde 5/2012

Prismen zur Behandlung des Strabismus bei Kindern

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde > Ausgabe 5/2012
Autor:
A.o. Univ.-Prof. Dr. Elfriede Stangler-Zuschrott

Zusammenfassung

Hintergrund

Begleitschielen ist eine sensomotorische Störung. Für gute therapeutische Ergebnisse genügt eine Operation oft nicht; auch die Sensorik muss moduliert werden.

Material und Methode

Der Ausgleich eines kon- oder divergenten Schielwinkels von 2 bis 14 Jahre alten Kindern erfolgte mittels Prismenfolien und alternierendem Cover-Test. Voraussetzungen waren ständiges Tragen einer Brille und beiderseitige zentrale Fixation. Die Prismen wurden auf beide Brillengläser verteilt, die stärkere Folie vor dem führenden Auge bei einseitiger Suppression, jedoch maximal 25 pdpt/Auge. Der Schielwinkel nimmt unter Prismen innerhalb der ersten 3 bis 6 Monate zu und danach wieder ab. Kontrollen sind alle 2 Monate erforderlich. Eine mögliche Amblyopie ist nicht durch die „Press-on“-Prismen, sondern durch eine vorhandene Mikrotropie bedingt.

Resultate

A) Prismen zur Vorbereitung einer Schieloperation werden rund ein Jahr lang getragen. Diese Methode, erprobt an 178 Fällen, hat gegenüber einem Vergleichskollektiv folgende Vorteile: 1) Verbesserung der Operationsergebnisse (praktischer Parallelstand = ± 2°) von früher 68 auf 93 %, 2) um 50 % geringerer postoperativer Anstieg des Schielwinkels, daher 3) weniger Zweitoperationen (8 statt 25,6 %), 4) Verdoppelung der Zahl geheilter Fälle, Entwicklung von peripherer Fusion auch beim frühkindlichen Schielsyndrom. B) Prismen als konservative Schielbehandlung sind bei allen Schielformen indiziert, wenn der Schielwinkel + 15°-Konvergenz oder − 10°-Divergenz nicht übersteigt. Bei einem Krankengut von 44 Fällen lag die Erfolgsrate in Form eines praktischen Parallelstands der Augen unter Beachtung dieser Grenzen bei 78 %. Die Behandlungsdauer betrug 2 bis 6,5 Jahre.

Schlussfolgerung

Der Vorteil der prismatischen Korrektur des Schielens über Jahre liegt in einer motorischen und sensorischen Stabilisierung des Augenpaars; die lange Zeitdauer ist der einzige Nachteil.

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Literatur
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