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01.04.2017 | Palliativmedizin | Ausgabe 2/2017

Wiener klinisches Magazin 2/2017

Prävention und Behandlung der Kachexie

Bewegungs- und Ernährungstherapie

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 2/2017
Autoren:
PD Dr. oec. troph. Britta Wilms, Univ.-Prof. Dr. Sebastian M. Schmid, Dr. Kim Luley, Dr. Joachim Wiskemann, Univ.-Prof. Dr. Hendrik Lehnert
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Internist 2016 · 57:971–977, doi:10.​1007/​s00108-016-0130-y erstveröffentlicht. Zweitpublikation mit freundlicher Genehmigung der Autoren.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Kachexie ist ein multifaktorielles, komplexes Syndrom, das zu einem fortschreitenden Verlust an körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führt und die Prognose der Betroffenen deutlich verschlechtert. Die Prävalenz der Kachexie ist teilweise sehr hoch, bei Patienten mit malignen Tumoren liegt sie bei bis zu 80 %.

Fragestellung

Welche Bedeutung kommt der Bewegungs- und Ernährungstherapie in der Prävention und Therapie der Kachexie zu?

Material und Methoden

Es erfolgte eine Auswertung der aktuellen Literatur zur Bewegungs- und Ernährungstherapie bei Patienten mit Kachexie oder fortgeschrittenen Erkrankungen, bei denen eine hohe Prävalenz der Kachexie wahrscheinlich ist.

Ergebnisse

Es mangelt an wissenschaftlicher Evidenz für den Nutzen von Bewegungstherapie bei Kachexie. Problematisch war bei den relevanten Studien häufig, dass Kachexie nicht nach gültigen Kriterien definiert wurde. Allerdings zeigen erste Studien einen Nutzen von Training bei Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen, bei denen eine hohe Kachexieprävalenz wahrscheinlich ist. Bezüglich einer Ernährungsintervention scheint eine alleinige Maßnahme geringen Nutzen zu haben. Der Nutzen von ω‑3-Fettsäuren wird kontrovers diskutiert.

Schlussfolgerungen

Wenngleich die Datenlage zu den Effekten einer Bewegungs- und Ernährungstherapie bei Kachexie noch unzureichend ist, gibt es doch zahlreiche und substanzielle Hinweise auf ihren Nutzen. Insgesamt untermauern die vorliegenden Daten die Notwendigkeit eines multimodalen Behandlungsansatzes mit den Komponenten Bewegung, Ernährung und pharmakologische Therapie. Die Notwendigkeit prospektiver Studien ist groß.

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Literatur
Über diesen Artikel

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