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17.01.2019 | Intensivmedizin | Ausgabe 1/2019

Wiener klinisches Magazin 1/2019

Intestinaler Crosstalk

Der Darm als Motor des Multiorganversagens

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 1/2019
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Wilfred Druml
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Medizinische Klinik Intensivmedizin Notfallmedizin 2018 · 113:470–477, https://​doi.​org/​10.​1007/​s00063-018-0475-1 als Open-Access-Publikation erstveröffentlicht. Hier steht Ihnen die kostenlose Volltextversion zur Verfügung. Zweitpublikation mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Zusammenfassung

Die zentrale Rolle des Organsystems Darm für den Intensivpatienten ist erst im letzten Jahrzehnt voll erkannt worden. Der Darm ist ein entscheidendes immunologisches, metabolisches und neurologisches Organ, eine Störung seiner Funktionen korreliert mit Morbidität und Mortalität. Durch seine zentrale Stellung im Organ-Crosstalk hat jede Dysfunktion des Darms wesentliche Auswirkungen auf andere intra- und extraabdominelle Organe. Der Intestinaltrakt ist die wichtigste Quelle endogen auftretender Infektionen und bestimmt den inflammatorischen Status des Organismus. Das Darmversagen ist Teil des Multiorgandysfunktionssyndroms. Wichtigster Mechanismus der Entstehung endogener Infektionen ist die intestinale Translokation von Keimen. Eine Dysbiose und Schädigung der intestinalen Mukosa führt zu einer Störung der intestinalen Barrierefunktion, erhöht die Permeabilität und begünstigt eine Translokation („Leaky-gut-Hypothese“). Ein weiterer wichtiger Mechanismus der Organinteraktionen ist die Erhöhung des intraabdominellen Drucks. Eine intraabdominelle Hypertension führt zu einer weiteren Schädigung des Darms, zu einer Verstärkung der Translokation und Inflammation sowie zur Beeinträchtigung anderer Organsysteme wie der Niere, des Kreislaufs und der Lunge. Die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der intestinalen Funktionen muss ein Ziel jeder Intensivtherapie sein. Wichtigste Maßnahme ist eine frühe enterale Ernährung. Andere Maßnahmen sind die Aufrechterhaltung der Motilität und die Modulation des intestinalen Mikrobioms. Eine intraabdominelle Hypertension muss konsequent durch eine individuell adaptierte Infusionstherapie, Lagerung des Patienten, Medikamentengabe (abdominelle Compliance) und Dekompression (durch Sonden, endoskopisch oder in schweren Fällen auch chirurgisch) behandelt werden.

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Literatur
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