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Der chronisch rezidivierende Harnwegsinfekt bei der Frau

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Zusammenfassung

Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten Infektionen insbesondere bei der jungen, sexuell aktiven Frau. Das Lebenszeitrisiko ist grösser als 50 %. Treten mehr als 3 Harnwegsinfekte pro Jahr oder mehr als 2 Harnwegsinfekte innert 6 Monaten auf, spricht man von chronisch, rezidivierenden Harnwegsinfekten. Eine gute Anamnese, inklusive Erfragung der Risikofaktoren, kann bereits Hinweise auf eine mögliche Ursache oder Differenzialdiagnose ergeben. Obligat ist die Urinuntersuchung mit Abnahme einer Urinkultur. Eine Diagnostik mittels Zystoskopie, Bildgebung und/oder urodynamischer Untersuchung wird bei der prämenopausalen Frau nicht routinemässig empfohlen. Bei atypischer Klinik oder komplizierten Infektionen sollte eine weitere Diagnostik erfolgen. Die Therapie der chronischen, rezidivierenden Harnwegsinfekte unterscheidet sich von der der einfachen akuten Zystitis nicht und sollte gemäss endemischer Resistenzlage empirisch gewählt und nach Erhalt der Urinkultur entsprechend angepasst werden. Die Studienlage für Präventionsmassnahmen der chronisch, rezidivierenden Harnwegsinfekte bei der Frau wird kontrovers diskutiert. Wichtig sind die Behandlung und das Vermeiden von Risikofaktoren. Es besteht die Möglichkeit einer immunstimulierenden Therapie mit inaktivierten Erregern. Eine Langzeitantibiotikaprophylaxe, als Ultimo Ratio, kann im Einzelfall mit der Patientin diskutiert werden.
Titel
Der chronisch rezidivierende Harnwegsinfekt bei der Frau
Verfasst von
Dr. med. Joëlle Borer
Dr. med. Mara Meier
Publikationsdatum
12.11.2019
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Urologie in der Praxis / Ausgabe 4/2019
Print ISSN: 2661-8737
Elektronische ISSN: 2661-8745
DOI
https://doi.org/10.1007/s41973-019-00074-x
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Bildnachweise
Wärmeflasche bei Unterleibsschmerzen/© absolutimages / Fotolia