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09.01.2018 | Gastroenterologie | Ausgabe 1/2018

Wiener klinisches Magazin 1/2018

Genetik des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa

Aktueller Stand 15 Jahre nach Entdeckung von NOD2

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 1/2018
Autoren:
Frauke Degenhardt, Prof. Dr. Andre Franke
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Der Gastroenterologe 2017 · 12:38–48 erstveröffentlicht. Dort ist der Beitrag als open access Publikation auch kostenlos zugänglich und nutzbar. Zweitpublikation mit freundlicher Genehmigung der Autoren.

Zusammenfassung

Modernste Technologien der genetischen Forschung bieten der Medizin einen ganz neuen Zugangsweg zur Entdeckung von genetischen Krankheitsursachen. Innerhalb der letzten 15 Jahre wurden die genetischen Untersuchungstechniken in einem solchen Umfang weiterentwickelt, dass heute auch die Untersuchung „komplexer“ Erkrankungen und die Entschlüsselung kompletter Patientengenome innerhalb kürzester Zeit möglich sind.
Für die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind mittlerweile über 200 assoziierte Genloci bekannt. Die Mehrheit der identifizierten Loci überschneidet sich nicht nur zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, was deren klinische Ähnlichkeit widerspiegelt, sondern auch mit anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, vor allem mit Psoriasis, Morbus Bechterew und primären Immundefizienzen. Die beiden wichtigsten und am besten validierten CED-Krankheitsloci sind nach wie vor NOD2 (für Morbus Crohn) und die HLA-Region (für Colitis ulcerosa). Genetische Analysen in anderen Ethnizitäten (z. B. Asiaten) zeigen nahezu die gleichen assoziierten Risikoloci wie in europäischstämmigen Patienten. Interessanterweise ist NOD2 hier eine Ausnahme.
Die jüngsten großen genetischen Studien bestätigen die Assoziation von Risikovarianten in NOD2 mit Dünndarmbefall bei Morbus Crohn und suggerieren die Existenz von eher drei als zwei Subformen der CED: 1) Colitis ulcerosa, 2) Morbus Crohn mit Dickdarmbefall, 3) Morbus Crohn mit Dünndarmbefall.
Durch hochmoderne Sequenzieranalysen konnten in den letzten Jahren für frühkindliche Formen der CED einzelne Mutationen vor allem in bekannten Immundefizienzgenen (neben den bekannten Mutationen in IL10RA/B), identifiziert und die Erkrankungen damit aufgeklärt werden (monogener Defekt).

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Literatur
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