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18.09.2017 | Psychiatrie | Ausgabe 5/2017

psychopraxis. neuropraxis 5/2017

Depression bei Lewy-Body-Demenz

Kasuistische Darstellung

Zeitschrift:
psychopraxis. neuropraxis > Ausgabe 5/2017
Autor:
Prof. PD Dr. Michael Rainer
Wichtige Hinweise
Literatur beim Verfasser.

Zusammenfassung

Psychiatrische Symptome sind bei der Lewy-Body-Demenz (LBD) häufiger als bei der Alzheimer-Demenz (AD), und in einer Subgruppe können diese die ersten und wichtigsten Symptome darstellen. Die Diagnose LBD gestaltet sich häufig sehr schwierig und herausfordernd, vor allem in den frühen Stadien. Die Kernsymptome und stark hinweisenden Merkmale, wie Verhaltensstörung im REM-Schlaf, ausgeprägte Neuroleptikaüberempfindlichkeit und reduzierte dopaminerge Aktivität in den Basalganglien, sind mittlerweile gut etabliert. Andere supportive Merkmale, wie Depressionen, Stürze, Synkopen, systematisierter Wahn, Halluzinationen in anderen Modalitäten bei Erhaltung der medialen temporalen Lappenstrukturen im CCT oder MRT, werden häufig übersehen. Eine Depression tritt häufig bei organischen Hirnerkrankungen wie z. B. AD, Schlaganfall, Parkinsonerkrankung und LBD auf. Dies verkompliziert die Diagnose derartiger Erkrankungen, und Depressionen verstärken die funktionellen Defizite. Die Unterscheidung zwischen Depression als prodromalem Symptom und Depression als Komorbidität kann herausfordernd sein. Dopamintransporterreduktionen können mit einem FP-CIT-SPECT-Scan sehr elegant dargestellt werden und die LBD von anderen Demenzen oder Pseudodemenzen unterscheiden. In unserem Fall zeigt sich, dass eine schwere Depression mit Selbstmordversuch in den frühen Stadien einer LBD auftreten und von Angstzuständen begleitet sein kann. Die psychiatrische Präsentation einer LBD kann neben schweren Formen der Depression mit Ängstlichkeit und Hypochondrie auch Wahnstörungen, Halluzinationen in anderen Modalitäten, Desorientierung und Agitation beinhalten. Die Kernaussage des präsentierten Falls ist, dass die häufig geübte Politik in der Alterspsychiatrie, Antidepressiva zu verschreiben und zuzuwarten, bei möglicher LBD nicht sinnvoll ist und dass eine frühe Umstellung der Therapiestrategien hin zu Cholinesterasehemmern bei unserer Patientin sowohl die Aufmerksamkeit als auch das Verhalten und vor allem die Stimmungslage verbessern konnte.

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