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Open Access 21.10.2022 | Mädchensprechstunde

Das prämenstruelle Syndrom bei jungen Mädchen

verfasst von: DDr. Iris Holzer

Erschienen in: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich

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Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Vor einiger Zeit bestand die gängige Lehrmeinung darin, dass dem prämenstruellen Syndrom (PMS) ein Progesteronmangel zugrunde liegt. Heute geht man allerdings von einer Beteiligung mehrerer Neurotransmitter und des neurohormonalen Systems aus, wie etwa von Serotonin, GABA, Opiaten und adrenergen Rezeptoren, welche mit einer abnormen Antwort auf die natürlichen Schwankungen der weiblichen Hormone während des Menstruationszyklus reagieren. Auch ein Ungleichgewicht der Kalziumhomöostase kann ein Trigger der entsprechenden Symptomatik sein.
Es gibt nur wenige veröffentlichte Studien über die Häufigkeit des PMS in der Adoleszenz, generell kann man aber eher von einer Unterschätzung des Problems ausgehen. Zwischen 61 und 86 % der jungen Mädchen leiden unter einem PMS oder einer „premenstrual dysphoric disorder“ (PMDD), welche als die schwerste Form des PMS angesehen werden kann. Fast 19 % der betroffenen jugendlichen Mädchen mit PMS gaben ihre Beschwerden als „mittel“ oder „schwer“ an. Prädisponierende Faktoren sind einerseits die Genetik, andererseits aber auch Zustand nach körperlicher oder sexueller Gewalt in der Kindheit oder Jugend, Adipositas, Nikotin- oder Alkoholabusus und interessanterweise ein höherer sozioökonomischer Status. Die Symptome variieren und beinhalten sowohl psychische (Stimmungsschwankungen, Stress, Nervosität) als auch körperliche Anzeichen (Mastodynie, Kopf-Gelenk- und Muskelschmerzen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Blähungen, Durchfall). Auch Hoffnungslosigkeit, Reizbarkeit, Wut, Interessenlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Energieverlust, Appetitveränderungen – insbesondere Heißhungerattacken – und Lustlosigkeit sind beim PMS bekannt.
Ein wesentlicher und einfacher Schritt zur Verbesserung der Symptomatik liegt in einer Aufklärung und Wissen über die normalen Vorgänge des weiblichen Zyklus. Weitere therapeutische Maßnahmen bestehen in einer Lebensstilveränderung wie Stressmanagement, Erlernen von Entspannungstechniken und regelmäßigen Schlafrhythmen. Ebenso bewirkt eine Ernährungsumstellung eine Verbesserung der Beschwerden. Empfohlen werden eine kohlenhydratreiche Ernährung, wenig Salz und raffinierter Zucker, häufige und kleine Mahlzeiten und der Verzicht auf tierische Fette, Kaffee, Alkohol und Nikotin. Ergänzend führt regelmäßiger Sport zu einer deutlichen Steigerung des Wohlbefindens bei betroffenen Frauen. Bei Adipositas ist eine Gewichtsabnahme anzustreben.
Als medikamentöser Therapieversuch kann die Einnahme von täglich 1200 mg Kalziumkarbonat gestartet werden, womit oft schon ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden kann. Als weitere Möglichkeit besteht die Möglichkeit der Einnahme einer kombinierten kontrazeptiven Pille mit Ethinylestradiol und Drospirenon. Wer lieber pflanzliche Medikamente bevorzugt, kann eine Behandlung mit Mönchspfeffer beginnen. Beim PMS der erwachsenen Frau überzeugt die Datenlage dazu, bei der Adoleszentin fehlen hier jedoch die entsprechenden Studien.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

I. Holzer gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von der Autorin keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Metadaten
Titel
Das prämenstruelle Syndrom bei jungen Mädchen
verfasst von
DDr. Iris Holzer
Publikationsdatum
21.10.2022
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich
Print ISSN: 1997-6690
Elektronische ISSN: 1996-1553
DOI
https://doi.org/10.1007/s41974-022-00244-9