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08.08.2017 | fallbericht | Ausgabe 1/2018 Open Access

neuropsychiatrie 1/2018

„Das Barbie Syndrom“. Ein Fallbericht über die Körperdysmorphe Störung

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 1/2018
Autoren:
Dr. Maria Gruber, Rebecca Jahn, Karin Stolba, Michael Ossege

Zusammenfassung

Hintergrund

Der vorliegende Fallbericht beschreibt eine 37-jährige Patientin, die ihre Faszination für „Barbie-Puppen“ von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter beibehalten hat und entsprechende Abweichungen davon an ihrem Körper schlecht tolerieren konnte. Die stationäre Aufnahme an der psychosomatischen Station erfolgte auf Grund einer Essstörung.

Methodik

Die Diagnostik wurde mittels ICD-10 und DSM-5 Kriterien für Achse I Störungen und mittels SKID II Interview (deutsche Version für DSM-4) für Achse II Störungen durchgeführt. Zur störungsspezifischen Diagnostik wurde die „Modifizierte Version der Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale für Körperdysmorphe Störung“ angewendet.

Ergebnisse

Bei der Patientin wurde eine Dysmorphophobie (ICD-10: F45.21) oder eine körperdysmorphe Störung (DSM-5: 300.7) sowie eine Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2; DSM-5: 307.51) diagnostiziert. Weiters erfüllte sie die Kriterien für eine selbstunsichere, depressive und histrionische Persönlichkeitsstörung. Es erfolgte eine medikamentöse Einstellung auf Fluoxetin und eine psychotherapeutische Arbeit mit dem Körperbild, am Selbstkonzept und den Schamgefühlen.

Schlussfolgerung

Anhand des vorliegenden Fallberichtes soll auf die körperdysmorphe Störung als eigene Krankheitsentität mit hoher Prävalenz hingewiesen werden. Unterschiedliche diagnostische Einordnungen und die Komorbidität mit Essstörungen werden diskutiert. Die körperdysmorphe Störung kann in der Praxis, gerade bei Vorliegen einer Essstörung, leicht übersehen werden, jedoch ist die Diagnosestellung für das weitere therapeutische Vorgehen relevant.
Literatur
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