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02.03.2017 | fallbericht

Visuserhalt durch neurochirurgisch-ophthalmologische Zusammenarbeit. Eine Falldarstellung

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde
Autoren:
Susanna Antal, Klaus D. M. Resch

Zusammenfassung

Hintergrund

Große zystische Kraniopharyngeome stellen ophthalmologisch wie neurochirurgisch eine große Herausforderung dar. Die gesamte operative Mortalität beträgt in den besten Serien der Literatur 15 %. Die suprasellär lokalisierte Raumforderung trifft die Sehbahn an seiner Stelle mit der höchsten funktionellen Gefährdung: Bei Kompression der Sehnervenkreuzung, von lediglich etwa einem halben Kubikzentimeter Volumen, droht die beidseitige, komplette Erblindung: Es besteht ein enges Zeitfenster mit hohem Handlungsbedarf zur Rettung des Augenlichts.
Die folgende Falldarstellung zeigt ein Beispiel der engmaschigen interdisziplinären Zusammenarbeit, die, unterstützt durch Anwendung minimal-invasiver neurochirurgischer Konzepte und Techniken, in den vergangenen drei Jahren in unserer Klinik etabliert wurde.

Material und Methode

Die Kasuistik einer 53 J. Patientin mit akuter, progredienter Visus- und Gesichtsfeldverschlechterung bei großem zystischem Kraniopharyngeom im 3. Ventrikel wird retrospektiv einer prä‑/post-Analyse des Krankheitsverlaufes in 4 Phasen bei 4 Operationen unterzogen. Kurzfristige Visus-, Pupillen- und Gesichtsfeldkontrollen folgten, wie auch zeitnah durchgeführte Kernspintomographien. Bei wiederholt kompressionsbedingter Gefährdung des Augenlichtes durch den zystischen Tumor wurde konsequent und jeweils unverzüglich die Neurochirurgie alarmiert.
In begründeter Abweichung vom Standard kam ein gestuftes operatives Vorgehen in vier Phasen mit minimalinvasiven Techniken zur Anwendung. Neuroendoskopie, Neurosonographie, mundgesteuerte Mikrochirurgie und LASER wurden dabei eingesetzt.

Ergebnisse

Visus- und Gesichtsfelderholung nach jedem druckentlastenden neurochirurgischen Eingriff, schließlich mit kompletter Tumorentfernung, wurden dokumentiert. Erholung der Vigilanz, ohne Entstehung einer Liquordynamik-Störung und lediglich ein geringer Hydrocortison-Substitutionsbedarf postoperativ konnten erreicht werden.

Schlussfolgerungen

Durch zeitnahe, direkte und konsequente interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ophthalmologie und Neurochirurgie wurde es möglich, jeweils rechtzeitig zur Visusrettung operativ einzugreifen. Der Ophthalmologie fiel dabei eine Trigger-Funktion zu. Minimalinvasive neurochirurgische Techniken und Konzepte führten zu einem sehr guten Ergebnis bei dem hier vorgestellten Fall eines großen zystischen Kraniopharyngeoms.

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Literatur
Über diesen Artikel