Zum Inhalt

Die Harnröhrenstriktur des Mannes

Teil 2: Die offene Harnröhrenrekonstruktion

  • Open Access
  • 18.09.2020
  • Urologie
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Harnröhrenstriktur des Mannes ist eine komplexe Erkrankung und geht mit einer signifikant eingeschränkten Lebensqualität sowie oftmals wiederkehrenden Behandlungen durch den Urologen einher. Abhängig vom Schweregrad und der Dauer seit der ersten Symptommanifestation kann sich das Krankheitsbild u. U. auch negativ auf den gesamten Harntrakt auswirken. Je nach anatomischer Lokalisation der Harnröhrenstriktur stehen zudem unterschiedliche Therapieoptionen zur Wahl. Daher ist es entscheidend, dass der Wahl des Therapiepfades eine saubere Diagnostik und eine ganzheitliche Aufklärung mit gemeinsamer Entscheidungsfindung zwischen Patient und Arzt vorausgehen. Nur so können, unter Berücksichtigung der individuellen Präferenzen, die richtige Behandlung gewählt und ein befriedigendes Resultat herbeigeführt werden. In diesem zweiteiligen Review wird die Harnröhrenstriktur des Mannes von der Ätiologie über die Diagnostik bis hin zur, teils komplexen, operativen Behandlung ausgeleuchtet.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Einleitung

Die Harnröhrenstriktur des Mannes stellt eine Herausforderung im Alltag des Urologen dar und geht mit einer veritablen Einschränkung der Lebensqualität betroffener Patienten einher [47]. Harnröhrenstrikturen können durch eine funktionelle Obstruktion eine kontinuierliche Schädigung des gesamten Harntrakts verursachen, und die Erkrankung kann bei chronischem Verlauf bis zur Einschränkung der Nierenfunktion fortschreiten [49]. Die Entität wird oftmals stiefmütterlich behandelt – die Tatsache, dass es von der europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) keine Leitlinien zu dieser Thematik gibt, verleiht diesem Umstand Gewicht. Zuletzt wurden internationale Richtlinien vom amerikanischen Pendant – der „American Urology Association“ (AUA) – im Jahre 2017 publiziert [48]. Die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 1 %, wobei der Ursprung bei etwa der Hälfte aller Fälle entweder iatrogen oder idiopathisch ist [25]. Die Inzidenz der Harnöhrenstrikturen nimmt mit zunehmendem Alter exponentiell zu und beginnt bei Patienten mit über 65 Jahren deutlich anzusteigen auf über 100 Fälle pro 100.000 Einwohner [33]. Anatomisch wird die Harnröhre in einen anterioren und einen posterioren Anteil eingeteilt [25]. Die prostatische und die membranöse Harnröhre zählen zum posterioren Abschnitt. Engstellen der bulbären, penilen und glandulären Harnröhre sowie des Meatus urethrae externus werden als anteriore Harnröhrenstrikturen bezeichnet und sind weitaus häufiger. Nach entsprechender Diagnostik lässt sich die Einteilung in kurzstreckige (≤1 cm) oder langstreckige (>1 cm) Strikturen vornehmen. Die bulbäre Harnröhre ist unter den anterioren Harnröhrenstrikturen am häufigsten betroffen (etwa 50 % aller Fälle) und hat prinzipiell die günstigste Prognose vorzuweisen [14]. Der Grund hierfür liegt in der guten Durchblutung des Gewebes durch das kräftig ausgebildete und umliegende Corpus spongiosum penis [36].
Das potenzielle therapeutische Spektrum in der Behandlung einer Harnröhrenstriktur ist, ungeachtet der Lokalisation, breit: Bougierung, Stenteinlage, innere Urethrotomie (Harnröhrenschlitzung) oder eine offene Rekonstruktion stehen zur Auswahl [1]. Insbesondere Patienten mit einem Strikturrezidiv sind schwierig zu behandeln. Die richtige therapeutische Massnahme muss stets individuell und in Absprache mit dem Patienten getroffen werden. Eine vorangehende, detaillierte Diagnostik ist entscheidend, um den richtigen Therapiepfad einzuschlagen. Auch in der Diagnostik steht uns ein mannigfaltiges Angebot an Untersuchungen zur Verfügung: Vom Uroflow und der sonographischen Restharnmessung über die retrograde Urethrographie, die Miktionszystourethrographie und die Urethrozystoskopie bis hin zur eher selten indizierten Urodynamik.
Nach dem ersten Teil mit Fokus auf Ätiologie, Diagnostik und minimal-invasive Therapie (erschienen in der letzten Ausgabe), richten wir das Augenmerk im nun zweiten Teil auf die offene, operative Rekonstruktion der Harnröhre. Die Möglichkeiten der offenen Harnröhrenrekonstruktion, mittels unterschiedlicher und operativ teils anspruchsvoller Plastiken, sind vielseitig und werden in diesem Artikel in folgende anatomische Abschnitte unterteilt:
1.
Meatusstenose und glanduläre Harnröhrenstriktur
 
2.
Bulbäre Harnröhrenstriktur
 
3.
Penile und panurethrale Harnröhrenstriktur
 
4.
Vesikourethrale Anastomosenstriktur nach radikaler Prostatektomie
 
Auf Harnröhrenstrikturen nach vorangegangener Hypospadieoperation wird in diesem Artikel aufgrund der Komplexität der Behandlung nicht eingegangen.

Meatusstenose und glanduläre Harnröhrenstriktur

Bei distalen Harnröhrenstrikturen stehen uns unterschiedliche Verfahren zur offenen Rekonstruktion als Option zur Verfügung. In der Entscheidungsfindung müssen dabei insbesondere das Alter des Patienten, allfällige Komorbiditäten und die Compliance, aber auch das Ausmass und die genaue Lokalisation der Striktur berücksichtigt werden. Bei Strikturen, welche über die eigentliche Meatusstenose hinausgehen, sind offene Rekonstruktionen nach wie vor als Goldstandard zu werten [12]. Dabei werden 2 verschiedene Arten von Rekonstruktionen eingesetzt:
a)
die lokalen Lappenplastiken oder
 
b)
die Substitutionstransplantationstechniken.
 

Erweiterte und plastische Meatotomie

Ist bei der Meatusstenose ein Anteil der glandulären Harnröhre mitbetroffen, kann eine erweiterte Meatotomie eingesetzt werden. Hierbei werden das ventrale Urethralblatt inzidiert und eine Bougierung der Harnröhre bis Charrière 22 vorgenommen. Bei Vorliegen von fibrotischem Gewebe sollte dieses bis zur Darstellung von gesundem Gewebe exzidiert werden. Bei dieser Art von Eingriff kann gemäss Literatur auf eine Erfolgsquote von bis zu 88 % bei rezidivfreier, mittlerer Nachsorgezeit von über 3 Jahren verwiesen werden [35]. Ähnliche Resultate wurden auch von anderen Zentren in Europa postuliert. Die plastische Meatotomie wurde durch Peter Malone erstmals beschrieben [30], wobei es hierbei in zusätzlichem Masse, neben funktionellen Gesichtspunkten, auch um die Berücksichtigung kosmetischer Aspekte geht. Nach einer ventralen Inzision wird mittels Sondierung der Harnröhre eine längerstreckige Striktur ausgeschlossen. Anschliessend werden eine dorsale Meatotomie bis ins gesunde Gewebe und zusätzlich eine invertierte V‑Inzision oberhalb des Meatusschnittes durchgeführt. Die Wundränder werden anschliessend scharf mobilisiert und spannungsfrei readaptiert [45]. Genau wie bei der herkömmlichen, einfachen Meatotomie sind auch hier hohe Erfolgsraten von bis zu 3/4 aller Fälle zu erwarten [34].

Urethralappenplastik

Für die Rekonstruktion der penilen Harnröhre durch Urethralappenplastiken werden entweder lokale oder gestielte Lappen aus Präputialhaut, peniler Haut oder Tunica vaginalis verwendet. Horton et al. [18] haben mit dem „triangulären, glandulären Hautflap“ eine der frühsten Formen der Meatusplastik beschrieben. Eine der ältesten Rekonstruktionen der Fossa navicularis, welche bis heute noch durchgeführt wird, ist die Variante nach Jordan und wurde im Jahre 1987 erstmals publiziert [21]. Diese Technik wurde wenige Jahre später von de Sy weiterentwickelt [11]. Prinzipiell wird dabei ein distal und ventral gelegener Präputiallappen mobilisiert, wobei auf eine gute Vaskularisierung über die darunterliegende Tunica dartos geachtet werden muss. Nach Invertierung wird dieser Präputiallappen in sog. Onlay-Technik mit der dorsalen Urethralplatte vernäht. Die Wundränder der Glans werden mit dem Lappen adaptiert und bilden so den Neomeatus. Auch noch zu späteren Zeitpunkten präsentierten verschiedene Arbeiten Fallserien mit der ursprünglichen Operationsform (oder auch leicht abgeänderten Techniken), welche Erfolgsraten von über 95 % und hohe subjektive Zufriedenheitsraten nach mehrjährigem Follow-up zeigten [2]. Zu einer deutlich höheren Rezidivrate (bis zu 50 %) kommt es bei gleichzeitigem Vorliegen eines Lichen sclerosus et atrophicus [17]. In solchen Fällen wird die offene Harnröhrenrekonstruktion mittels Mundschleimhaut als operativer Goldstandard klar favorisiert, muss jedoch teilweise in zweizeitigen Verfahren angegangen werden [17].

Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut

Bei der Verwendung von autologem Gewebe zur Transplantation bei der Rekonstruktion von langstreckigen Harnröhrenstrikturen konnten sich v. a. Mundschleimhaut und Oberschenkelspalthaut etablieren [46]. Es wird zwischen Inlay- oder Onlay-Technik unterschieden. Vorzugsweise wird die Sanierung von Harnröhrenstrikturen durch Verwendung von autologem Gewebe in einzeitigen Verfahren durchgeführt. Bei ausgeprägter Länge, zunehmender Komplexität oder vorangehenden Operationen können zwei- bis mehrzeitige operative Eingriffe notwendig werden, wobei in den ersten Schritten die Rekonstruktion der Urethralplatte und in den weiteren die Tubularisierung der Harnröhre erfolgen [36]. Dazwischen sind für das adäquate Einwachsen des Transplantats, je nach Expertenmeinung, zwischen 3 und 6 Monate abzuwarten. Zur eigentlichen Rekonstruktion stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, unabhängig von der Wahl des Transplantats. Das Outcome wird aber auch massgeblich vom Vorhandensein gewisser Komorbiditäten, insbesondere einem Lichen sclerosus oder vorangegangenen Hypospadiekorrekturen, mitbestimmt [44]. Zudem sollte, gerade bei der Mundschleimhaut, ein genügend grosses Transplantat entnommen werden, damit die anschliessende Tubularisierung spannungsfrei und mit genügend vaskularisierter Dartosschicht erfolgen kann. Des Weiteren führt ein operativer Eingriff an einem spezialisierten Zentrum zu nachweislich besseren Resultaten.

Bulbäre Harnröhrenstriktur

Bereits im ersten Teil unseres Reviews haben wir erwähnt, dass bei langstreckigen (>1 cm), bulbär gelegenen Strikturen oder bei Rezidivstrukturen in diesem Bereich eine Urethroplastik zur Therapie der Wahl gehört. Von einem langfristigen Erfolg kann, je nach Literatur, in 80–95 % der Fälle ausgegangen werden [3, 5]. Dies ist jedoch auch abhängig von der Vorgeschichte, der verwendeten chirurgischen Technik und der Länge der Striktur. Gründe, welche zu einem Scheitern bzw. schlechten operativen Resultat beitragen können, sind kardiovaskuläre Nebenerkrankungen, Übergewicht und infektiöse Urethritiden als Ursache der Striktur [10]. Folgende Techniken und Herangehensweisen werden bei der operativen Behandlung der bulbären Harnröhrenstriktur unterschieden:

End-zu-End-Anastomose

Bei vorliegendem Rezidiv nach Bougierung oder Urethrotomia interna ist die End-zu-End-Anastomose erwiesenermassen die effizienteste und kosteneffektivste Variante mit den höchsten Heilungschancen bei bulbärer Harnröhrenstriktur [40]. Die Methode gehört zu den technisch einfachsten Lösungen und ist v. a. bei Engstellen von bis zu 2 cm optimal geeignet. Die Rate der Langzeiterfolge liegt bei fast 90 % [3]. Bei dieser Methode wird zuerst der fibrotisch verengte Anteil der Harnröhre eröffnet und exzidiert, wobei anschliessend nach vorangehender Spatulierung die Anastomose in Einzelknopfnaht erfolgt. Alternativ kann die Engstelle mittels longitudinaler Strikturotomie inzidiert und anschliessend transversal wieder verschlossen werden, analog des Heineke-Mikulicz-Prinzips [28]. Durch die Dissektion des Corpus spongiosum penis können als langfristige Komplikationen eine Empfindungsstörung an der Glans penis mit verminderter Schwellung bei Erektion entstehen. Zudem kann es auch zu einer Verkürzung des Glieds mitsamt ventraler Deviation kommen [22]. Um dies zu umgehen, wurden alternative Techniken entwickelt (sog. „non-transecting bulbar urethroplasty“ mit Erhalt des Corpus spongiosum penis), wobei nach wie vor unklar ist, ob ein nachweislich unterschiedliches Resultat im Nebenwirkungsprofil auszumachen ist ([9]; Abb. 1).
Abb. 1
End-zu-End-Anastomose bei 16-jährigem Patienten mit bulbärer Harnröhrenstriktur, offene Urethra nach vorangehender Strikturresektion (a) und fertige Anastomose mit 4‑0 PDS in Einzelknopftechnik (b). (Mit freundl. Genehmigung von PD Dr. med. Daniel Max Schmid)
Bild vergrößern

Urethraplastik mit Graft oder Lappen

Bei deutlich über 2 cm messenden Harnröhrenstrikturen sollte eine Strikturotomie in Kombination mit einer Patchapplikation (v. a. Mundschleimhauttransplantat) angewendet werden [27]. Die Literatur ist sich jedoch uneins, welche Art von Mundschleimhaut gewählt werden soll und ob eine ventrale, dorsale oder doch laterale Patchanlage die besseren Langzeitresultate mit sich bringt [7]. Nach Eröffnung der Urethra über der gesamten Strikturlänge wird der Umfang mit dem Graft der Wahl erweitert. Die Erfolgsrate liegt auch bei diesem Eingriff relativ hoch: Etwa 80–85 % der Patienten bleiben ohne namhaftes Rezidiv [3, 5, 6]. Im Gegensatz dazu ist die Anwendung eines gestielten Flaps wesentlich schwieriger [19]. Im Vergleich zu den „freien Transplantaten“ führen sie zwar zu ähnlichen funktionellen Ergebnissen, sind jedoch komplexer in der technischen Ausführung, weswegen eine längere Operationszeit notwendig wird und auch deutlich mehr Komplikationen entstehen. Insbesondere die Fistelbildung stellt eine gefürchtete Komplikation dar (Abb. 2). Im Langzeitverlauf kann es auch zur Ausbildung eines Pseudodivertikels kommen, welches zu lästigem Nachträufeln führt.
Abb. 2
Persistierende Fistel, ausgehend von der penobulbären Urethra in den ventralen Bereich der ehemaligen perinealen Zugangsinzison nach Mundschleimhautplastik
Bild vergrößern

Perineale Urethrostomie

Die perineale Urethrostomie nach Boutonière ist die letzte Therapiewahl bei Ausnahmesituationen in Patienten mit einer komplett destruierten Harnröhre und langer Vor- sowie auch Leidensgeschichte. Als chirurgisch relativ einfach durchzuführendes Prozedere wird auch bei komplexen Ausgangslagen eine zuverlässige Harnableitung erreicht und zeichnet sich zudem – erstaunlicherweise – durch eine hohe Patientenzufriedenheit aus [4]. Dahingegen fällt die Reinterventionsrate bei rund 1/3 der Patienten relativ hoch aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die bulbäre Harnröhrenstriktur die insgesamt wohl am einfachsten zu behandelnde Striktur mit den besten langfristigen Resultaten ist. Jedoch ist der anhaltende Erfolg entscheidend von der Anzahl vorangehender Eingriffe und vom Behandlungsort (vorteilhafterweise in einem Zentrum mit entsprechender Erfahrung) abhängig.

Penile und panurethrale Harnröhrenstriktur

Penile und panurethrale Strikturen stellen ein komplexes und herausforderndes Krankheitsbild dar, wobei zur erfolgreichen Therapie oftmals mehrere Eingriffe notwendig werden. Dennoch sollte ein einzeitiges Verfahren mit Verwendung von Mundschleimhaut als Graft, wenn immer möglich, den ein- bis mehrzeitigen Operationen mit Einsatz von Lappen vorgezogen werden. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass neben der Komplexität der Behandlung keine ausgeprägte Evidenz für die Operation von längerstreckigen, penilen oder panurethralen Strikturen vorliegt. Die meisten panurethralen Urethraverengungen sind iatrogen durch traumatische Katheterisierung und transurethrale Eingriffe versursacht oder sogar idiopathischer Natur. Die Begleiterkrankung des Lichen sclerosus und die postentzündliche Veränderungen der Harnröhre folgen als weitere Ursachen [29]. Urethritiden erlebten durch die präventiven Massnahmen vor sexuell übertragbaren Erkrankungen bereits Ende des 20. Jahrhunderts einen dramatischen Rückgang (Abb. 3). Die penile Harnröhrenstriktur findet ihren Ursprung in fast 30 % der Fälle als Komplikation einer früheren Hypospadieoperation [29]. Die folgenden Methoden können zur Behandlung eingesetzt werden:
Abb. 3
Beispiel einer langstreckigen, penilen und bulbären Harnröhrenstriktur eines 62-jährigen Patienten mit Zustand nach multiplen Eingriffen
Bild vergrößern

Urethraplastik nach Johanson, Schreiter/Noll oder Orandi

Die klassische Operationsmethode nach Bengt Johanson ist ein zweizeitiges Verfahren und wurde erstmals in den 1950er Jahren beschrieben [20]. Die Verwendung von perinealer und skrotaler Haut hatte jedoch ihre Limitationen (Haut mit Haarwachstum) und brachte verschiedene Komplikationen (rezidivierende Harnwegsinfektionen, Abszesse, Fisteln, Harnröhrendivertikel, Steinbildung usw.) mit sich. Schreiter u. Noll entwickelten die Methode in den 1980ern weiter und verwendeten anstelle der perinealen oder skrotalen Haut einen „mesh graft“ eines haarlosen Hautareals [41]. Dieser Eingriff wird ebenfalls in 2 Schritten durchgeführt und findet seine beste Indikation in der Behandlung von komplexen, langstreckigen Strikturen, welche nicht mit der Technik nach Orandi rekonstruiert werden können (Abb. 4). Bei der Orandi-Technik wird eine Rekonstruktion der anterioren oder posterioren Harnröhre durch einen Schwenklappen (sog. Inversionsgraft) aus peniler Haut gewährleistet [38]. Sie hat heute noch ihren berechtigten Stellenwert in der offenen Harnröhrenchirurgie.
Abb. 4
Zweizeitige plastische Rekonstruktion der Urethra mit „mesh graft“ vom Oberschenkel, a postoperativ nach dem ersten Eingriff, b 3 Wochen postoperativ nach Wundverschluss im zweiten Eingriff
Bild vergrößern

Rekonstruktion mit Mundschleimhaut (Kulkarni-Technik)

Obwohl es verschiedene, plastische Möglichkeiten für die Rekonstruktion einer langstreckig strikturierten Harnröhre gibt, sind nur wenige Methoden von anhaltendem Erfolg geprägt [31]. Zudem setzen komplexe Lappenoperationen oftmals ein plastisch-chirurgisches Wissen und speziell trainierte Fähigkeiten voraus, welche nicht an allen Zentren gewährleistet werden können und meist in Zusammenarbeit mit plastisch-rekonstruktiv tätigen Chirurgen erfolgen müssen [13]. Unter den Lappenplastiken werden v. a. die Methoden nach McAninch [32], Quartey [39] und Gil-Vernet et al. [15] genannt. Da die mehrzeitigen Verfahren jedoch mit viel Unannehmlichkeiten und erhöhter Morbidität für die Patienten einhergehen, entwickelten Kulkarni et al. und Barbagli et al. mit der Anwendung von einzeitigen Eingriffen eine vielversprechende, alternative Methode [8, 24]. Dabei handelt es sich um eine Augmentationsplastik unter Verwendung von Mundschleimhaut über einen perinealen Zugang. Der Patient wird nasal intubiert, damit zuerst die orale Entnahme der Mundschleimhaut erfolgen kann, welche später über eine mittige, perineale Inzision und penile Invagination sowie nach einseitiger Dissektion der penilen Urethra in dorsaler Onlay-Technik angebracht wird. Mittlerweile werden die oralen Mukosagrafts, wegen der guten und persistierenden funktionellen Aspekte, als Standard für das Substitutionsmaterial in der Harnröhrenchirurgie angesehen – sie präsentieren im Vergleich zu den Lappenoperationen eine höhere Erfolgsrate und gehen sowohl mit weniger Morbidität und Komplikationen als auch besserem kosmetischem Endresultat einher.

Vesikourethrale Anastomosenstriktur nach radikaler Prostatektomie

Bei Patienten nach radikaler Prostatektomie ist die Striktur der vesikourethralen Anastomose eine glücklicherweise seltene, jedoch schwerwiegende Komplikation. Es bestehen keine klaren Richtlinien für das therapeutische Vorgehen. Falls mehrmalige endourologische Eingriffe zu keiner Rezidivfreiheit führen, sollte über ein offenes oder laparoskopisch-chirurgisches Verfahren nachgedacht werden. Die Evidenzlage ist relativ schmal angelegt und zeichnet sich durch lediglich eine eingeschränkte Anzahl an retrospektiven, monozentrischen Studien oder limitierten Fallserien aus. Die Wahl der Therapie muss also umso mehr in Absprache mit dem Patienten und unter Berücksichtigung individueller Präferenzen erfolgen.
Ein erstes Therapieschema zur Behandlung der Anastomosenstrikturen wurde von Giudice et al. [16] vorgeschlagen. Noch knapp passierbare Strikturen wurden, im Gegensatz zu komplett obliterierten, zuerst einer Form der endourologischen Therapie zugeführt, wobei erst nach einem allfälligen, zweiten Rezidiv eine offene Operation erfolgte. Bei den offenen Eingriffen muss man sich der Konsequenzen des Zugangs bewusst sein. In Analogie zu den Harnröhrenrekonstruktionen nach Beckentrauma mit Abriss der Urethra erfolgt der Zugang perineal – wie bei der Anlage einer bulboprostatischen Anastomose. Das narbige Areal muss dabei komplett reseziert und anschliessend eine Reanastomosierung der Harnröhre an den Blasenhals erfolgen. Hierbei muss über den Beckenboden zugegangen werden, und eine Läsion des Sphincter urethrae externus mit konsekutiver, drittgradiger Belastungsinkontinenz ist meist unumgänglich. Obwohl die langfristige Offenheitsrate bei über 90 % liegt, ist die Implantation eine artifiziellen Sphinktersystems die im Verlauf logische und notwendige Konsequenz [42]. Ein artifizieller Sphinkter ermöglicht, nach zwischenzeitlich langer Leidensgeschichte aufgrund der rezidivierenden Strikturen, jedoch die Wiederherstellung eines durchgängigen unteren Harntraktes mit ungestörter und „willkürlich“ gesteuerter Miktion via naturalis. Es sind jedoch auch die Möglichkeit offener abdominaler Zugänge oder laparoskopisch-roboterassistierter Verfahren (intra- und extraperitoneal) beschrieben [23, 26, 37]. Sogar die Verwendung von Mundschleimhaut zur Beseitigung der verengten vesikourethralen Anastomose wurde kürzlich als potenziell neuartiges Verfahren präsentiert [43]. Vor allem die abdominalen, roboterassistierten Verfahren scheinen bezüglich der Inkontinenz ein deutlich besseres Outcome zu erzielen. Diese funktionellen Resultate müssen sich in grösseren Kohorten und prospektiv angelegten Studien aber zuerst noch bewahrheiten. Als letzte Möglichkeit kann den Patienten, quasi als Ultima Ratio, eine der alternativen Formen der Harnableitung angeboten werden (suprapubischer Katheter, Ileumconduit oder katheterisierbarer Nabelpouch).

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

F. Schmid, M. Mack und T. Sulser geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
download
DOWNLOAD
print
DRUCKEN
Titel
Die Harnröhrenstriktur des Mannes
Teil 2: Die offene Harnröhrenrekonstruktion
Verfasst von
Dr. med. Florian Schmid
Dr. med. Michaela Mack
Prof. Dr. med. Tullio Sulser
Publikationsdatum
18.09.2020
Verlag
Springer Vienna
Schlagwort
Urologie
Erschienen in
Urologie in der Praxis / Ausgabe 4/2020
Print ISSN: 2661-8737
Elektronische ISSN: 2661-8745
DOI
https://doi.org/10.1007/s41973-020-00108-9
1.
Zurück zum Zitat Anger JT, Buckley JC, Santucci RA, Elliott SP, Saigal CS, Urologic Diseases in America P (2011) Trends in stricture management among male Medicare beneficiaries: underuse of urethroplasty? Urology 77(2):481–485. https://doi.org/10.1016/j.urology.2010.05.055CrossRefPubMed
2.
Zurück zum Zitat Armenakas NA, McAninch JW (2002) Management of fossa navicularis strictures. Urol Clin North Am 29(2):477–484. https://doi.org/10.1016/s0094-0143(02)00050-2CrossRefPubMed
3.
Zurück zum Zitat Barbagli G, De Angelis M, Romano G, Lazzeri M (2007) Long-term followup of bulbar end-to-end anastomosis: a retrospective analysis of 153 patients in a single center experience. J Urol 178(6):2470–2473. https://doi.org/10.1016/j.juro.2007.08.018CrossRefPubMed
4.
Zurück zum Zitat Barbagli G, De Angelis M, Romano G, Lazzeri M (2009) Clinical outcome and quality of life assessment in patients treated with perineal urethrostomy for anterior urethral stricture disease. J Urol 182(2):548–557. https://doi.org/10.1016/j.juro.2009.04.012CrossRefPubMed
5.
Zurück zum Zitat Barbagli G, Montorsi F, Guazzoni G, Larcher A, Fossati N, Sansalone S, Romano G, Buffi N, Lazzeri M (2013) Ventral oral mucosal onlay graft urethroplasty in nontraumatic bulbar urethral strictures: surgical technique and multivariable analysis of results in 214 patients. Eur Urol 64(3):440–447. https://doi.org/10.1016/j.eururo.2013.05.046CrossRefPubMed
6.
Zurück zum Zitat Barbagli G, Morgia G, Lazzeri M (2008) Retrospective outcome analysis of one-stage penile urethroplasty using a flap or graft in a homogeneous series of patients. BJU Int 102(7):853–860. https://doi.org/10.1111/j.1464-410X.2008.07741.xCrossRefPubMed
7.
Zurück zum Zitat Barbagli G, Palminteri E, Guazzoni G, Montorsi F, Turini D, Lazzeri M (2005) Bulbar urethroplasty using buccal mucosa grafts placed on the ventral, dorsal or lateral surface of the urethra: are results affected by the surgical technique? J Urol 174(3):955–957. https://doi.org/10.1097/01.ju.0000169422.46721.d7 (discussion 957–958)CrossRefPubMed
8.
Zurück zum Zitat Barbagli G, Sansalone S, Kulkarni SB, Romano G, Lazzeri M (2012) Dorsal onlay oral mucosal graft bulbar urethroplasty. BJU Int 109(11):1728–1741. https://doi.org/10.1111/j.1464-410X.2012.11006.xCrossRefPubMed
9.
Zurück zum Zitat Barbagli G, Sansalone S, Romano G, Lazzeri M (2012) Bulbar urethroplasty: transecting vs. nontransecting techniques. Curr Opin Urol 22(6):474–477. https://doi.org/10.1097/MOU.0b013e32835749beCrossRefPubMed
10.
Zurück zum Zitat Chapman D, Kinnaird A, Rourke K (2017) Independent predictors of stricture recurrence following urethroplasty for isolated bulbar urethral strictures. J Urol 198(5):1107–1112. https://doi.org/10.1016/j.juro.2017.05.006CrossRefPubMed
11.
Zurück zum Zitat De Sy WA (1993) Stricture of the urethral meatus and the navicular fossa. Ann Urol 27(4):255–256
12.
Zurück zum Zitat Dielubanza EJ, Han JS, Gonzalez CM (2014) Distal urethroplasty for fossa navicularis and meatal strictures. Transl Androl Urol 3(2):163–169. https://doi.org/10.3978/j.issn.2223-4683.2014.04.02CrossRefPubMedPubMedCentral
13.
Zurück zum Zitat Dubey D, Kumar A, Bansal P, Srivastava A, Kapoor R, Mandhani A, Bhandari M (2003) Substitution urethroplasty for anterior urethral strictures: a critical appraisal of various techniques. BJU Int 91(3):215–218. https://doi.org/10.1046/j.1464-410x.2003.03064.xCrossRefPubMed
14.
Zurück zum Zitat Fenton AS, Morey AF, Aviles R, Garcia CR (2005) Anterior urethral strictures: etiology and characteristics. Urology 65(6):1055–1058. https://doi.org/10.1016/j.urology.2004.12.018CrossRefPubMed
15.
Zurück zum Zitat Gil-Vernet J, Arango O, Gil-Vernet A, Gil-Vernet J Jr., Gelabert-Mas A (1997) A new biaxial epilated scrotal flap for reconstructive urethral surgery. J Urol 158(2):412–420CrossRef
16.
Zurück zum Zitat Giudice CR, D’Alessandro FJ, Galarza GA, Fernandez DS, Damia OH, Favre GA (2016) Surgical approach to vesicourethral anastomotic stricture following radical prostatectomy. Actas Urol Esp 40(2):124–130. https://doi.org/10.1016/j.acuro.2015.08.006CrossRefPubMed
17.
Zurück zum Zitat Granieri MA, Peterson AC, Madden-Fuentes RJ (2017) Effect of lichen sclerosis on success of urethroplasty. Urol Clin North Am 44(1):77–86. https://doi.org/10.1016/j.ucl.2016.08.004CrossRefPubMed
18.
Zurück zum Zitat Horton CE, Devine CJ Jr., Devine PC, McCraw JB, Arganese TJ (1981) Aesthetic reconstructive genital surgery. Clin Plast Surg 8(2):399–406CrossRef
19.
Zurück zum Zitat Hussein MM, Moursy E, Gamal W, Zaki M, Rashed A, Abozaid A (2011) The use of penile skin graft versus penile skin flap in the repair of long bulbo-penile urethral stricture: a prospective randomized study. Urology 77(5):1232–1237. https://doi.org/10.1016/j.urology.2010.08.064CrossRefPubMed
20.
Zurück zum Zitat Johanson B (1953) The reconstruction in stenosis of the male urethra. Z Urol 46(6):361–375PubMed
21.
Zurück zum Zitat Jordan GH (1987) Reconstruction of the fossa navicularis. J Urol 138(1):102–104. https://doi.org/10.1016/s0022-5347(17)43006-0CrossRefPubMed
22.
Zurück zum Zitat Kessler TM, Fisch M, Heitz M, Olianas R, Schreiter F (2002) Patient satisfaction with the outcome of surgery for urethral stricture. J Urol 167(6):2507–2511CrossRef
23.
Zurück zum Zitat Kirshenbaum EJ, Zhao LC, Myers JB, Elliott SP, Vanni AJ, Baradaran N, Erickson BA, Buckley JC, Voelzke BB, Granieri MA, Summers SJ, Breyer BN, Dash A, Weinberg A, Alsikafi NF (2018) Patency and incontinence rates after robotic bladder neck reconstruction for vesicourethral anastomotic stenosis and recalcitrant bladder neck contractures: the trauma and urologic reconstructive network of surgeons experience. Urology 118:227–233. https://doi.org/10.1016/j.urology.2018.05.007CrossRefPubMed
24.
Zurück zum Zitat Kulkarni S, Barbagli G, Kirpekar D, Mirri F, Lazzeri M (2009) Lichen sclerosus of the male genitalia and urethra: surgical options and results in a multicenter international experience with 215 patients. Eur Urol 55(4):945–954. https://doi.org/10.1016/j.eururo.2008.07.046CrossRefPubMed
25.
Zurück zum Zitat Latini JM, McAninch JW, Brandes SB, Chung JY, Rosenstein D (2014) SIU/ICUD Consultation On Urethral Strictures: Epidemiology, etiology, anatomy, and nomenclature of urethral stenoses, strictures, and pelvic fracture urethral disruption injuries. Urology 83(3 Suppl):S1–S7. https://doi.org/10.1016/j.urology.2013.09.009CrossRefPubMed
26.
Zurück zum Zitat Lavolle A, de la Taille A, Chahwan C, Champy CM, Grinholtz D, Hoznek A, Yiou R, Vordos D, Ingels A (2019) Extraperitoneal robot-assisted vesicourethral reconstruction to manage anastomotic stricture following radical prostatectomy. Urology 133:129–134. https://doi.org/10.1016/j.urology.2019.07.027CrossRefPubMed
27.
Zurück zum Zitat Levy ME, Elliott SP (2017) Graft use in bulbar urethroplasty. Urol Clin North Am 44(1):39–47. https://doi.org/10.1016/j.ucl.2016.08.009CrossRefPubMed
28.
Zurück zum Zitat Lumen N, Hoebeke P, Oosterlinck W (2010) Ventral longitudinal stricturotomy and transversal closure: the Heineke-Mikulicz principle in urethroplasty. Urology 76(6):1478–1482. https://doi.org/10.1016/j.urology.2010.06.051CrossRefPubMed
29.
Zurück zum Zitat Lumen N, Hoebeke P, Willemsen P, De Troyer B, Pieters R, Oosterlinck W (2009) Etiology of urethral stricture disease in the 21st century. J Urol 182(3):983–987. https://doi.org/10.1016/j.juro.2009.05.023CrossRefPubMed
30.
Zurück zum Zitat Malone P (2004) A new technique for meatal stenosis in patients with lichen sclerosus. J Urol 172(3):949–952. https://doi.org/10.1097/01.ju.0000134781.43470.5fCrossRefPubMed
31.
Zurück zum Zitat Martins FE, Kulkarni SB, Joshi P, Warner J, Martins N (2015) Management of long-segment and panurethral stricture disease. Adv Urol 2015:853914. https://doi.org/10.1155/2015/853914CrossRefPubMedPubMedCentral
32.
Zurück zum Zitat McAninch JW (1993) Reconstruction of extensive urethral strictures: circular fasciocutaneous penile flap. J Urol 149(3):488–491. https://doi.org/10.1016/s0022-5347(17)36125-6CrossRefPubMed
33.
Zurück zum Zitat McMillan A, Pakianathan M, Mao JH, Macintyre CC (1994) Urethral stricture and urethritis in men in Scotland. Genitourin Med 70(6):403–405. https://doi.org/10.1136/sti.70.6.403CrossRefPubMedPubMedCentral
34.
Zurück zum Zitat Meeks JJ, Barbagli G, Mehdiratta N, Granieri MA, Gonzalez CM (2012) Distal urethroplasty for isolated fossa navicularis and meatal strictures. BJU Int 109(4):616–619. https://doi.org/10.1111/j.1464-410X.2011.10248.xCrossRefPubMed
35.
Zurück zum Zitat Morey AF, Lin HC, DeRosa CA, Griffith BC (2007) Fossa navicularis reconstruction: impact of stricture length on outcomes and assessment of extended meatotomy (first stage Johanson) maneuver. J Urol 177(1):184–187. https://doi.org/10.1016/j.juro.2006.08.062 (discussion 187)CrossRefPubMed
36.
Zurück zum Zitat Mundy AR, Andrich DE (2011) Urethral strictures. BJU Int 107(1):6–26. https://doi.org/10.1111/j.1464-410X.2010.09800.xCrossRefPubMed
37.
Zurück zum Zitat Nikolavsky D, Blakely SA, Hadley DA, Knoll P, Windsperger AP, Terlecki RP, Flynn BJ (2014) Open reconstruction of recurrent vesicourethral anastomotic stricture after radical prostatectomy. Int Urol Nephrol 46(11):2147–2152. https://doi.org/10.1007/s11255-014-0816-9CrossRefPubMed
38.
Zurück zum Zitat Orandi A (1972) One-stage urethroplasty: 4‑year followup. J Urol 107(6):977–980. https://doi.org/10.1016/s0022-5347(17)61187-xCrossRefPubMed
39.
Zurück zum Zitat Quartey JK (1983) One-stage penile/preputial cutaneous island flap urethroplasty for urethral stricture: a preliminary report. J Urol 129(2):284–287. https://doi.org/10.1016/s0022-5347(17)52051-0CrossRefPubMed
40.
Zurück zum Zitat Rourke KF, Jordan GH (2005) Primary urethral reconstruction: the cost minimized approach to the bulbous urethral stricture. J Urol 173(4):1206–1210. https://doi.org/10.1097/01.ju.0000154971.05286.81CrossRefPubMed
41.
Zurück zum Zitat Schreiter F, Noll F (1989) Mesh graft urethroplasty using split thickness skin graft or foreskin. J Urol 142(5):1223–1226. https://doi.org/10.1016/s0022-5347(17)39036-5CrossRefPubMed
42.
Zurück zum Zitat Schuettfort VM, Dahlem R, Kluth L, Pfalzgraf D, Rosenbaum C, Ludwig T, Fisch M, Reiss CP (2017) Transperineal reanastomosis for treatment of highly recurrent anastomotic strictures after radical retropubic prostatectomy: extended follow-up. World J Urol 35(12):1885–1890. https://doi.org/10.1007/s00345-017-2067-8CrossRefPubMed
43.
Zurück zum Zitat Shahrour W, Hodhod A, Kotb A, Prowse O, Elmansy H (2019) Dorsal buccal mucosal graft urethroplasty for vesico-urethral anastomotic stricture postradical prostatectomy. Urology 130:210. https://doi.org/10.1016/j.urology.2019.04.022CrossRefPubMed
44.
Zurück zum Zitat Spilotros M, Sihra N, Malde S, Pakzad MH, Hamid R, Ockrim JL, Greenwell TJ (2017) Buccal mucosal graft urethroplasty in men-risk factors for recurrence and complications: a third referral centre experience in anterior urethroplasty using buccal mucosal graft. Transl Androl Urol 6(3):510–516. https://doi.org/10.21037/tau.2017.03.69CrossRefPubMedPubMedCentral
45.
Zurück zum Zitat Steffens JA, Anheuser P, Treiyer AE, Reisch B, Malone PR (2010) Plastic meatotomy for pure meatal stenosis in patients with lichen sclerosus. BJU Int 105(4):568–572. https://doi.org/10.1111/j.1464-410X.2009.09172.xCrossRefPubMed
46.
Zurück zum Zitat Tonkin JB, Jordan GH (2009) Management of distal anterior urethral strictures. Nat Rev Urol 6(10):533–538. https://doi.org/10.1038/nrurol.2009.181CrossRefPubMed
47.
Zurück zum Zitat Wang R, Wood DP Jr., Hollenbeck BK, Li AY, He C, Montie JE, Latini JM (2012) Risk factors and quality of life for post-prostatectomy vesicourethral anastomotic stenoses. Urology 79(2):449–457. https://doi.org/10.1016/j.urology.2011.07.1383CrossRefPubMed
48.
Zurück zum Zitat Wessells H, Angermeier KW, Elliott S, Gonzalez CM, Kodama R, Peterson AC, Reston J, Rourke K, Stoffel JT, Vanni AJ, Voelzke BB, Zhao L, Santucci RA (2017) Male urethral stricture: American Urological Association guideline. J Urol 197(1):182–190. https://doi.org/10.1016/j.juro.2016.07.087CrossRefPubMed
49.
Zurück zum Zitat Zeller S, Vetterlein MW, Fisch M, Kluth LA (2018) Meatusenge und glanduläre Harnröhrenstriktur. Urologe 57(1):11–16. https://doi.org/10.1007/s00120-017-0555-5CrossRefPubMed
Bildnachweise
Hose Mann/© AndreyPopov/iStock