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Prostata: Anatomie und Physiologie

  • 09.11.2020
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Prostata ist eine besondere Drüse. Sie ist tief versteckt im kleinen Becken, umgeben von Fett, Bindegewebe, Beckenbodenmuskeln, Blutgefässen und Nerven. Sie wächst mit dem Alter, kann verschiedene Formen annehmen, die Harnblasenentleerung erheblich beeinträchtigen, chronisch oder akut entzündet sein oder zu unterschiedlich aggressiven Krebsformen entarten. Die Hauptaufgabe scheint die Mitbereitstellung und Verflüssigung des Ejakulats zu sein. Ihre Epithelzellen sind derart reich mit Zitrat gefüllt, dass einige Autoren sie als „Zitratorgan“ bezeichnen. Aus funktioneller (urodynamischer) Sicht ist v. a. der Prostatamittellappen von klinischer Relevanz, aus chirurgischer Sicht v. a. die Form des Prostataapex. Mikroskopisch ist sie aus einem fibromuskulären Stroma und Drüsenzellen aufgebaut. Die Drüsenzellen produzieren ein Sekret, welches reich an PSA, dem prostataspezifischen Antigen, ist. Es dient v. a. zum Verflüssigen der Samenflüssigkeit und findet sich somit in hohen Konzentrationen im Ejakulat wieder. Damit war das PSA einst ein wichtiger forensischer Marker bei Sexualdelikten. Das PSMA (prostataspezifisches Membranantigen) machte sich indes in der Diagnostik nach Prostatektomie einen Namen. Es ist ein Membranantigen und wurde erstmals 1993 sequenziert. Durch radioaktiv markierte Substanzen, die an das PSMA binden, können so Metastasen sichtbar gemacht werden. Insbesondere nach einer Prostatektomie kommt diese Diagnostik zum Einsatz. Zusammengefasst ist die Prostata anatomisch relativ „versteckt“ lokalisiert. Sie ist das Organ mit der höchsten Zitrat- bzw. Zinkkonzentration in unserem Körper. Je nach Form und Grösse kann sie die Urodynamik stark kompromittieren. Sie ist nicht nur bekannt als jener erste Ort, an dem die Prostaglandine einst entdeckt wurden.
Titel
Prostata: Anatomie und Physiologie
Verfasst von
PD Dr. med. Marco Randazzo
Prof. Dr. med Rainer Grobholz
Publikationsdatum
09.11.2020
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich / Ausgabe 4/2020
Print ISSN: 1023-6090
Elektronische ISSN: 1680-9424
DOI
https://doi.org/10.1007/s41972-020-00120-8
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