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01.09.2017 | Arzt-Patienten-Beziehung | Ausgabe 3/2017

rheuma plus 3/2017

Partizipative Entscheidungsfindung auch bei komplexen systemischen Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE)?

Zeitschrift:
rheuma plus > Ausgabe 3/2017
Autoren:
Prof. Dr. M. Schneider, H. Carnarius, T. Schlegl
Wichtige Hinweise

Redaktion

U. Müller-Ladner, Bad Nauheim
U. Lange, Bad Nauheim
Erstveröffentlichung in Zeitschrift für Rheumatologie (online am 15. September 2016). doi:10.​1007/​s00393-016-0208-x.

Zusammenfassung

Ziel

Die Behandlung von systemischen Autoimmunerkrankungen wie dem SLE ist aufgrund ihrer Komplexität für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Diese Studie geht der Frage nach, ob und wie dafür „shared decision making“ (SDM) gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Methode

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurden qualitative Gruppenbefragungen mit Rheumatologen nach der standardisierten Methodik des K&A Psychodramas® durchgeführt. Insgesamt haben 41 deutsche Rheumatologen 2012 und 2013 an 4 Veranstaltungen in 2013 teilgenommen, zu denen GSK Deutschland eingeladen hatte und die von K&A BrandResearch durchgeführt wurden.

Ergebnisse

Allgemein zeigte sich, dass die Rheumatologen wegen ihres breit gefächerten Arbeitsfeldes, der Möglichkeit zu „tüfteln“ und durch das zunehmende Spektrum effektiver Therapien ihr Fach schätzen. Als negativ empfinden sie das zunehmende Arbeitspensum v. a. durch steigende bürokratische Prozesse, aber auch fordernde oder uneinsichtige Patienten. Bei der Behandlung von Indikationen, die klar diagnostizierbar und gut behandelbar sind, gelingt eine Kompensation dieser belastenden Umstände. Anders sieht es bei Indikationen aus, die weder für den Patienten noch für den Arzt ausreichend greifbar sind; und dazu gehört der SLE. Dann steht Angst im Vordergrund der Interaktion, zunächst bei Patientinnen und im Lauf der Behandlung letztlich auch dem Arzt. Dabei finden sich die Medikamente, die bei anderen Erkrankungen als Unterstützung Arzt und/oder Patient zur Seite stehen, als weiterer Angstfaktor zwischen beiden. Die notwendige emotionale Abgrenzung des Arztes wird durch ein Wechseln auf die rein sachliche Ebene erreicht. Eigene Emotionen werden durch das Vermeiden von Empathie abgewehrt.

Schlussfolgerung

Prinzipiell zeigen die Rheumatologen in dieser Studie hervorragende Voraussetzungen für eine partizipative Entscheidungsfindung. Für Krankheiten wie den SLE besteht allerdings auf der Arztseite deutlicher Handlungsbedarf, bevor SDM zum Gewinn für die Betroffenen werden kann.

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Literatur
Über diesen Artikel

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