Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

01.12.2017 | Originalien | Ausgabe 4/2017

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 4/2017

Koloskopiebefunde bei Patienten mit einer Akromegalie

Zeitschrift:
Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Yawen Wang, Stefanie Hammersen, Vera Stiehr, Prof. Dr. med. Dag Moskopp

Zusammenfassung

Einleitung

Die Akromegalie ist eine chronische multisystemische Erkrankung auf der Grundlage eines Hypophysenadenoms mit einer exzessiven Ausschüttung von Wachstumshormon und einer dadurch bedingten Erhöhung des Mediators „insulin-like growth factor 1“ (IGF-1). Ein Zusammenhang zwischen Akromegalie und erhöhtem Risiko für kolorektales Karzinom wird kontrovers in der Literatur diskutiert. Ein systematisches Screeningprogramm existiert nicht für akromegale Patienten. Sollten diese Patienten routinemäßig auf kolorektales Karzinom gescreent werden?

Methode

Bei 24 Patienten mit einer floriden Akromegalie wurde in der ersten Woche nach der transsphenoidalen Tumorresektion eine komplette Koloskopie durchgeführt. Diese Studie schloss 13 männliche und 11 weibliche Patienten zwischen 27 und 62 Jahren ein. Wir haben retrospektiv die Koloskopiebefunde hinsichtlich der histologischen Auffälligkeiten ausgewertet und 2 unterschiedlich definierten Patientengruppen (gleichaltrige symptomatische und ältere asymptomatische Vergleichspatienten) gegenübergestellt. IGF-1-Konzentrationen von pathologischen Koloskopiebefunden akromegaler Patienten wurden auf statistische Signifikanz untersucht.

Ergebnisse

Alle Patienten waren vor der Koloskopie hinsichtlich einer Darmerkrankung asymptomatisch. Keiner der Patienten hatte eine positive Familienanamnese für kolorektales Karzinom. 3 Patienten zeigten einen Normalbefund, 3 Patienten wurden mit einer Divertikulose diagnostiziert, 2 Patienten zeigten entzündliche Schleimhautveränderungen, bei 1 Patient wurde eine parasitäre Erkrankung festgestellt. 8 Patienten zeigten das Bild multipler Polypen, bei 7 Patienten wurde histologisch das Vorhandensein tubulovillöser Adenome festgestellt. Die Höhe der IGF-1-Konzentrationen von akromegalen Patienten scheint keine Relevanz für das Vorhandensein von präkanzerogenen Veränderungen zu spielen (keine statistische Signifikanz).

Diskussion

Wir zeigten bei über 60 % der akromegalen Patienten das Vorhandensein von multiplen Polypen und tubulovillösen Adenomen. Das Vorhandensein dieser potenziell präkanzerogenen Veränderungen ist dabei um den Faktor 6 höher als bei gleichaltrigen und um den Faktor 3 höher als bei älteren Vergleichspatienten. Die Durchführung der Koloskopie sollte akromegalen Patienten als fester Bestandteil der Behandlung angeboten werden.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 4/2017

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 4/2017 Zur Ausgabe

Editorial

Editorial