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01.12.2017 | Aktuelle Bilder | Ausgabe 4/2017

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 4/2017

Seltene Ursache einer neu aufgetretenen Dysphagie bei einer 80-jährigen Patientin

Zeitschrift:
Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen > Ausgabe 4/2017
Autoren:
MSc Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, Edith Eisenhuber-Stadler, Max Zartl, Astrid Kiederer, Gabriele Grohs
Eine 80-jährige Patientin, die 6 Tage davor einen Sturz erlitten hatte, kam mit starken Schmerzen im Beckenbereich zur Aufnahme. Zwei Tage nach dem Sturz sei eine Sprach- und Schluckstörung neu aufgetreten, die sich in den darauffolgenden Tagen verschlechtert hätte, was dann die Patientin veranlasste, die Rettung zu kontaktieren. Die initiale kraniale Computertomographie zeigte eine diffuse zerebrale Atrophie mit Leukenzephalopathie, jedoch keinen Hinweis auf eine rezente Ischämie oder intrakranielle Blutung. Klinisch-neurologisch fiel bei der Aufnahme eine Dysarthrie auf, es fanden sich sonst keine weiteren neurologischen Zeichen. Unter dem Verdacht einer rezenten Ischämie wurde die Patientin zur weiteren Abklärung zu einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns zugewiesen. Auch die MRT mit diffusionsgewichteter Sequenz zeigte keinen Hinweis auf eine rezente Ischämie. Es kam zu einer Verschlechterung des AZ mit Auftreten einer Hebeschwäche beider Arme sowie einer Zunahme der Schluckstörung. Daraufhin wurde die Patientin zu einer Videokinematographie des Schluckakts zugewiesen. Dort zeigte sich deutlich eine inkomplette willkürliche Aufladung des Bolus auf dem Zungenrücken (Abb.  1, Video 1), nach Auslösung des Schluckakts zeigte sich eine bilaterale Pharynxparese mit inkompletter Kippung der Epiglottis und ausgeprägten pharyngealen Retentionen des Kontrastmittels. Bei Verwendung von dickflüssigem Kontrastmittel (sirupartige bzw. breiige Konsistenz) zeigte sich entsprechend der pharyngealen Parese eine zunehmende Behinderung des Transports mit ausgeprägten Retentionen. Während der Untersuchung fand sich kein Hinweis auf eine Aspiration.
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Abb. 1

Videokinematographie des Schluckakts. a Während der pharyngealen Schluckphase zeigt sich ein Eintritt von Kontrastmittel in den Larynx (Pfeil; laryngeale Penetration). Es findet sich aber keine Kontrastmittelaspiration bis in die Trachea. b Nach dem Schlucken erkennt man deutliche Retentionen in den Valleculae oberhalb der Epiglottis (großer Pfeil) und auch in den Sinus piriformes (kleiner Pfeil). c Nach Verabreichung von Kontrastmittel mit sirupartiger Konsistenz deutliche Retentionen nach dem Schlucken. d In der anterior-posterioren Projektion erkennt man die bilateralen Retentionen in den Valleculae (große Pfeile) und den Sinus piriformes (kleine Pfeile), hinweisend auf eine diffuse pharyngeale Kontraktionsschwäche

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