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09.11.2018 | Originalien

Harnwegsinfekte, Harninkontinenz und chronisches Beckenschmerzsyndrom: Wie therapiere ich chronische urologische Erkrankungen?

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Schweiz
Autor:
Dr. med. Ulrike Hohenfellner
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wird auch im Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 2018, https://​doi.​org/​10.​1007/​s41972-018-0052-0 veröffentlicht.

Zusammenfassung

In urologischen Facharztpraxen weisen 50–70 % der Patienten chronische urologische Erkrankungen auf, wie z. B. rezidivierende Harnwegsinfekte, die somatoforme überaktive Blase und die Enuresis des Erwachsenen und des Kindes, das chronische Beckenschmerzsyndrom und die psychosomatisch bedingte Form der Post-Prostatektomie-Harninkontinenz. Denn die 12-Monats-Prävalenz psychischer Störungen in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung ist mit 28 % hoch. Auch bereits 10–20 % der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten. Nicht selten findet sich eine begleitende somatoforme Beschwerdesymptomatik, oft eine psychosomatische Miktionsstörung mit konsekutiv komplexer Beckenbodendysfunktion. Die meisten Betroffenen berichten über einen langjährigen Leidensweg, da sowohl der funktionelle Charakter als auch die psychosoziale Belastung bisher unerkannt geblieben sind, aus denen die Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden resultieren. So haben die Betroffenen meist diverse Therapieversuche erlebt, die nicht indiziert, entsprechend frustran und evtl. gar von Komplikationen begleitet waren. Dadurch wurden die Somatisierung und die Symptomatik oftmals noch verstärkt. Zur ursächlichen Behandlung ist die Beseitigung der zugrunde liegenden psychosomatischen Miktionsstörung und Beckenbodendysfunktion notwendig. Dies erfordert eine multimodale Therapie wie z. B. PELVICFIT®, die ein körperorientiertes Training auf dem Boden der progressiven Muskelrelaxation mit Schulung der Körperwahrnehmung und eine ärztliche psychotherapeutische Begleitung miteinander vereint. Denn sowohl das (Wieder‑)Erlernen der Willkürkontrolle über den externen urethralen Sphinkter und die Herstellung eines physiologischen Miktionsverhaltens als auch die Reduktion der psychosozialen Belastung sind indiziert, um einen Therapieerfolg der so chronifizierten Symptomatik erreichen zu können.

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Literatur
Über diesen Artikel