Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

09.06.2020 | originalarbeit | Ausgabe 1-2/2020 Open Access

Psychotherapie Forum 1-2/2020

Frau F. sorgt zunehmend für sich selbst

Prozessuale strukturbezogene Diagnostik in der Integrativen Gestalttherapie (IG)

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum > Ausgabe 1-2/2020
Autoren:
Markus Hochgerner, Petra Klampfl
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Aus ihren theoretischen Konzeptionen und ihrer grundsätzlichen Haltung ergibt sich für die Integrative Gestalttherapie (IG) die Notwendigkeit, verschiedene diagnostische Perspektiven einzunehmen und zu integrieren. Die Vielfalt der Perspektiven ermöglicht es, der Absolutsetzung einer Perspektive entgegenzuwirken, und fördert die Einsicht, dass kein Diagnosesystem – sei es noch so ausgefeilt – die Wirklichkeit eines Menschen erfassen kann.
Menschen mit defizitären oder traumatisierenden Entwicklungsbedingungen (besonders in den ersten Lebensjahren) haben eingeschränkte Möglichkeiten zur Entwicklung ihrer strukturellen Fähigkeiten. Selbstregulierung, kreative Anpassung und Selbstaktualisierung in verschiedenen Lebensbereichen sind dadurch geprägt und die Lebensqualität oft deutlich beeinträchtigt.
Die Integration von Strukturdiagnostik in der IG-Diagnostik durch die Einbeziehung von OPD‑2 ermöglicht eine differenziertere Einschätzung und Orientierung über Ressourcen und Defizite von Patient*innen.
Die mehrperspektivische diagnostische Herangehensweise – unter Einbeziehung der in der Leitlinie des Gesundheitsministeriums vorgesehenen Diagnoseschritte bei besonderer Berücksichtigung des unmittelbaren Beziehungsgeschehens und der Entwicklungsgeschichte – ermöglicht eine differenzierte Sicht auf die ganze Person im therapeutischen Kontext und im Lebensumfeld. Das unterstützt eine auf die Person und ihre Verarbeitungsfähigkeit abgestimmte therapeutische Vorgehensweise, Schwerpunktsetzung und Beziehungsgestaltung, welche im therapeutischen Prozess dialogisch den jeweiligen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Person angepasst werden kann. Menschen auf gutem Strukturniveau mit konflikthafter Thematik profitieren von anderen therapeutischen Angeboten als Personen mit strukturellen Defiziten.
Im folgenden Beitrag soll die Verschränkung von Grundkonzepten der Integrativen Gestalttherapie und zentraler Punkte psychodynamischer Diagnostik (nach OPD-2) skizziert werden. Anhand einer kurzen Fallvignette werden aus diagnostischer und therapeutischer Perspektive und unter besonderer Berücksichtigung struktureller Einschätzung wesentliche therapeutische Vorgehensweisen dargestellt.
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 1-2/2020

Psychotherapie Forum 1-2/2020 Zur Ausgabe

buchbesprechungen

Buchbesprechungen