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03.11.2016 | originalarbeit | Ausgabe 11-12/2017

Wiener Medizinische Wochenschrift 11-12/2017

ESPED-Erhebung: TSC-Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen: eine einjährige Interim-Analyse

Zeitschrift:
Wiener Medizinische Wochenschrift > Ausgabe 11-12/2017
Autoren:
cand. med. Lilian Mann, cand. med. Daniel Ebrahimi-Fakhari, Beate Heinrich, Marina Flotats-Bastardas, Prof. Dr. Ludwig Gortner, Prof. Dr. Alexander von Gontard, Dr. Justine Niemcyzk, Dr. Martin Poryo, Prof. Dr. med. Sascha Meyer

Zusammenfassung

Grundlagen

Bei der Tuberösen Sklerose Complex-Erkrankung (TSC) handelt sich um eine seltene, genetisch bedingte Multisystemerkrankung, die charakterisiert ist durch das Auftreten von Hamartomen.

Methodik

Prospektive, deutschlandweite Erfassung der TSC-Neuerkrankungen bei Patienten ≤18 Jahren (revidierte Diagnosekriterien 2013) im Rahmen einer ESPED-Erhebung (Erhebungseinheit für Seltene Pädiatrische Erkrankungen in Deutschland).

Fragestellungen

1. Altersverteilung bei Erstdiagnose? Prozentsatz der Patienten, die bereits pränatal erkannt werden? 2. Detaillierte Erfassung der klinischen, organspezifischen Symptomatik; 3. Ergebnisse der Molekulardiagnostik: Verteilung TSC1/TSC2? 4. Wie hoch ist die Häufigkeit der TSC-Erkrankung in Deutschland/Genetik der TSC-Erkrankung?

Ergebnisse

Zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung lagen bei 17 der 84 elektronischen Fallmeldungen noch keine ausgefüllten Fragebögen vor, so dass diese bisher noch nicht klinisch-statistisch ausgewertet werden konnten (Rücklaufquote: 79,8 %). Bei 23 der 67 Rückmeldungen handelte es sich um Falsch- und bei 3 um Doppelmeldungen, so dass insgesamt 41 vollständig ausgefüllte Fragebögen in die Analyse eingingen (Mädchen: 23, Jungen: 18). Das mediane Alter zum Zeitpunkt der Diagnosestellung betrug 6 Monate (Minimum: 0 Monate; Maximum 151 Monate). Die 3 häufigsten initialen, klinischen Symptome waren: zentralnervöse, zerebrale Affektionen: 31/41 der Fälle ((75,6 %); 29/31 Patienten mit Krampfanfällen); Rhabdomyome: 20/41 (48,8 %); Hautaffektion (hypomelanotische Flecken/„white spots“: 20/41 (48,8 %)). Bei 11 der 41 Patienten wurde bereits intrauterin die Verdachtsdiagnose einer TSC-Erkrankung aufgrund des Vorliegens von kardialen Rhabdomyomen gestellt.
Im Rahmen der weitergehenden Diagnostik wurden folgende 3 Organmanifestationen am häufigsten festgestellt: Kardiale Rhabdomyome: 23/41 (56,1 %); Kortikale Dysplasien: 22/41 (53,7 %); Hypomelanotische Flecken („white spots“): 20/41 (48,8 %). Bei 11 Patienten lagen die Ergebnisse der genetischen Diagnostik vor: 6 TSC-2 Mutationen, 4 TSC-1 Mutationen; einmal negative genetische Diagnostik.

Schlussfolgerungen

Die Inzidenz der TSC-Neuerkrankungen kann aufgrund der von uns erhobenen Daten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gut abgeschätzt werden; bis jetzt ist für den Zeitraum 03/2015–02/2016 aufgrund unserer Daten mit einer Inzidenz von TSC-Neuerkrankungen für den Zeitraum 03/2015–02/2016 von rund 1:12.300 Geburten zu rechnen.

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Literatur
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