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Genderaspekte in der Behandlung von Diabetes mellitus

Erschienen in:

Zusammenfassung

In den letzten Jahren hat die Gendermedizin immer mehr an Bedeutung gewonnen. Auch im Bereich der Diabetologie und Endokrinologie ist die Wissenschaft der Gendermedizin immer mehr in den Vordergrund gerückt. Gendermedizin befasst sich nicht nur mit den Unterschieden zwischen Mann und Frau, die durch biologische Ursachen wie Genexpression und Hormone entstehen, sondern auch mit dem sozialen Geschlecht. Dieses beinhaltet eine Vielzahl an sozialen, kulturellen und ökonomischen Faktoren.
Die momentane Studienlage zeigt, dass Frauen und Männer Unterschiede in der Pathogenese von Diabetes mellitus haben. So haben Frauen eher einen gestörten postprandialen Blutzucker, wohingegen Männer vermehrt eine gestörte Nüchterninsulinresistenz haben. Zusätzlich hat das Östrogen bei Frauen eine schützende Wirkung, weswegen postmenopausale Frauen im Hinblick auf das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, von einer Hormonersatztherapie profitieren. Eine Komplikation von Diabetes mellitus sind kardiovaskuläre Erkrankungen. Männer berichten eine erhöhte Rate an kardiovaskulären Erkrankungen im Gegensatz zu Frauen. Im Hinblick auf Therapie sieht man, dass Frauen strenger behandelt werden als Männer. Des Weiteren werden geschlechterspezifische Unterschiede bei oralen antidiabetischen Therapien berichtet. Im Hinblick auf das soziale Geschlecht wurde erforscht, dass ein niedriger sozioökonomischer Status mit einem höheren Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, und für dessen Mortalität einhergeht.
Titel
Genderaspekte in der Behandlung von Diabetes mellitus
Verfasst von
Dr. med. univ. Teresa Gisinger, PhD
Publikationsdatum
26.05.2023
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel / Ausgabe 2/2023
Print ISSN: 3004-8915
Elektronische ISSN: 3004-8923
DOI
https://doi.org/10.1007/s41969-023-00193-4
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Bildnachweise
Gendermedizin /© wladimir1804 / stock.adobe.com