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23.11.2018 | Originalien | Ausgabe 4/2018

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 4/2018

Embolisation der Prostataarterien zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms: Reif für den klinischen Alltag?

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich > Ausgabe 4/2018
Autoren:
Dr. med. Dominik Abt, Patrick Betschart, Lukas Hechelhammer, Gautier Müllhaupt, Livio Mordasini, Daniel S. Engeler, Hans-Peter Schmid

Zusammenfassung

Bei unzureichendem Ansprechen des benignen Prostatasyndroms (BPS) auf eine medikamentöse Therapie wird ein chirurgisches Vorgehen empfohlen. Aufgrund der Morbidität der operativen Methoden wurden eine Reihe minimal-invasiver Eingriffe entwickelt, hierzu zählt auch die „prostatic artery embolization“ (PAE). Nach Erstbeschreibung einer Verbesserung von Miktionssymptomen nach PAE im Jahr 2000 war jedoch lange nur eine mangelhafte Evidenz für die PAE vorhanden. Zuletzt bestätigte jedoch eine große, nicht randomisierte Registerstudie einen guten Effekt der PAE. Zudem wurden Daten einer randomisierten Studie aus St. Gallen publiziert. 103 Männer mit klarer Operationsindikation wurden hier 1:1 der PAE oder einer transurethralen Resektion (TUR-P) zugelost. Beide Therapien führten zu einer guten Verbesserung der Miktionssymptome. Die subjektiven Beschwerden verbesserten sich nach TUR-P schneller, nach 12 Wochen bestand jedoch kein signifikanter Unterschied mehr zwischen den beiden Therapiemodalitäten. Auch für andere subjektive Parameter (z. B. Lebensqualität, erektile Funktion) fanden sich keine Unterschiede. Im Gegensatz hierzu zeigten sich nach der PAE signifikant unterlegene funktionelle Resultate (z. B. maximale Harnflussstärke, Restharnmengen). Umgekehrt fanden sich nach PAE deutlich weniger behandlungs-assoziierte Komplikationen. Etablierte chirurgische Verfahren bleiben die erste Wahl beim Vorliegen von BPS-assoziierten Komplikationen, welche eine maximale infravesikale Desobstruktion erforderlich machen. In früheren Stadien des BPS gilt es dagegen, die Erwartungen des Patienten zu berücksichtigen und entsprechend der individuellen klinischen Situation die Vor- und Nachteile einer PAE abzuwägen. Wird eine PAE durchgeführt, so sollte diese möglichst im Rahmen klinischer Studien erfolgen.

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Literatur
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