Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

01.06.2019 | Tipps & Tricks im Gyn-Ultraschall | Ausgabe 2/2019 Open Access

Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich 2/2019

Die richtig und die falsch liegende Spirale

Zeitschrift:
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich > Ausgabe 2/2019
Autor:
Ao. Univ.-Prof. Dr. Christoph Brezinka
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Kupfer‑, Gold- und Hormonspirale haben als Verhütungsmittel ihren fixen Platz und werden wegen ihrer Verlässlichkeit von vielen Frauen geschätzt. Kupfer- und Goldspiralen sind im Ultraschall leicht zu finden und darzustellen. Die klassische Hormonspirale Mirena® (Bayer, Turku, Finnland) ist im Ultraschall oft gar nicht einfach zu lokalisieren, auf jeden Fall deutlich schwieriger als Kupferspiralen. Im 3‑D-Ultraschall bildet der Hormonzylinder der Mirena® eine scharf abgegrenzte echoleere Zone, was die Orientierung wesentlich erleichtert. Die kleine Schwester der Mirena®, das Intrauterinsystem Jaydess® (Bayer, Turku, Finnland), ist mit einem Silberring im oberen Anteil ausgerüstet. Dies macht die Auffindung und Lagekontrolle im Ultraschall wesentlich einfacher. Der Ultraschall ist unersetzlich bei der Kontrolle der korrekten Lage von Spiralen. Die sonographischen Besonderheiten der einzelnen Systeme werden hier erläutert.

Kupfer, Gold und Levonorgestrel

Der Ultraschall sollte sowohl vor als auch nach dem Legen einer Intrauterinspirale (IUD) dazugehören, ebenso wie zu der Lagekontrolle einige Wochen nach dem Einsetzen und dann im Jahresabstand. Vor dem Legen der Spirale sollte man sich von Lage und Ausdehnung des Uterus ein Bild machen und die Insertion entsprechend durchführen. Unmittelbar nach dem Legen kann – nach Entfernung des Spekulums – ein Abdominalschall, im Idealfall mit 3‑D-Funktion, Auskunft über die richtige Lage des Implantats geben. Aus hygienischen Gründen sollte ein Vaginalultraschall unmittelbar nach dem Einlegen der Spirale vermieden werden. Im abdominalen 3‑D-Schall leistet das Preset für das erste Trimenon zur Darstellung des frisch gelegten IUD gute Dienste (Abb. 1).
Sehr klar zu erkennen sind im Ultraschall Kupfer- und Goldspiralen, die als deutlicher echodenser Strich im Uterus auffallen (Abb. 2 und 3). Während die schmalen Ärmchen der Spiralen im B‑Mode-Schall schwierig darzustellen sind, ist es im 3‑D-Schall leicht, diese plausibel abzubilden.
Etwas schwieriger zu lokalisieren sind die Hormonspiralen: Mirena® wirft zwar einen charakteristischen Schatten, durchaus vergleichbar mit einem Gallenstein in der Oberbauchsonographie, doch die eigentliche Spirale stellt sich im Vergleich zu den Kupferspiralen im B‑Mode eher diffus dar (Abb. 4). Auch wer sonst nie die 3‑D-Optionen an seinem Ultraschallgerät beim gynäkologischen Schall verwendet, bei Hormonspiralen zahlt sich die Anwendung aus und ist – ähnlich wie der B‑Mode bei den Kupferspiralen – eine hervorragende Gelegenheit, sich selbst mit dem gynäkologischen 3‑D-Schall vertraut zu machen (Abb. 5 und 6). Die erste sonographische Lagekontrolle, welche 6–12 Wochen nach Insertion empfohlen wird, ist dafür eine gute Gelegenheit [1].

Neue Generation mit Silberring zur Orientierung

Das etwas kleinere Intrauterinsystem Jaydess® hatte als erstes System am oberen Ende des Hormonzylinders, wo die beiden Seitenärmchen abgehen, einen Silberring, der sich im Ultraschall als markanter, echodenser Punkt darstellt. Dieser hilft bei der Orientierung, auch wenn das IUD nicht orthograd getroffen wird und auch der Schatten weniger markant ausfällt (Abb. 7). Legt man im 3‑D-Ultraschall die Linie direkt parallel zu der Spirale, lässt sich, wie bei der Mirena®, auch bei der Jaydess® der Hormonzylinder als markanter, echoleerer Balken darstellen. Mit dem Silberring an der Jaydess®-Spirale wurde eine deutliche Verbesserung für die Abläufe bei den regelmäßigen Lagekontrollen geschaffen.

Dislokation der Spirale

Die häufigste Dislokation von Spiralen ist ein Absacken der Spirale in Richtung der Zervix, dies lässt sich im Ultraschall gut darstellen [2]. Die kontrazeptive Sicherheit ist dann nicht mehr gegeben, das Eintreten einer ungewollten Schwangerschaft – im Uterus oder ektop – kann dann nicht mehr ausgeschlossen werden. Die dislozierte Spirale muss zunächst einmal im B‑Mode gefunden werden, dann kann mithilfe des 3‑D-Ultraschalls die genaue Lokalisation in Bezug auf das Cavum uteri eingestellt werden (Abb. 89 und 10).

Spirale und MRT

In der MRT entstehen Bilder durch eine Kombination von Magnetfeldern und elektromagnetischen Radiowellen, nur ferromagnetische oder magnetisierbare Materialien sind den im MRT wirksamen Kräften ausgesetzt. In den Anfangszeiten der MRT mussten Kupfer-IUD vor einer Untersuchung entfernt werden, vereinzelt wurden auch Prä-MRT-Ultraschalluntersuchungen bei Frauen angeordnet, um sicher zu sein, dass kein IUD in situ war. Häufig wurden Frauen mit Spirale nach der MRT zu einem Kontrollultraschall geschickt, um sicherzustellen, dass die Spirale nicht verrutscht war.
Im EU-Raum vertriebene Kupferspiralen bestehen aus Plastik und Kupferdraht, daneben gibt es vor allem in Spanien hergestellt Silber- und Goldspiralen. Diese bestehen aus einer Legierung des Edelmetalls mit Kupfer. Gold bzw. Silber soll eine längere Lebensdauer bewirken, kontrazeptiv wirksam ist freilich nur das Kupfer. Mittlerweile gibt es viele Jahre Erfahrung mit der Anwendung und zahlreiche Studien, die zeigen, dass die Kupfer-Silber-Gold-IUD in der MRT weder verrutschen noch zu Artefakten und Fehlbefundungen führen. Die britische CEU (Clinical Effectiveness Unit) fand keine erhöhte Gefahr für Verrutschen, auch wenn das IUD weniger als 6 Wochen vor der MRT-Untersuchung gelegt wurde [3]. Sofern der Frau eine in Europa hergestellte Spirale mit CE-Siegel gelegt wurde, kann problemlos eine MRT ohne Angst vor Verrutschen gemacht werden. Problematisch können „intrauterin mitgebrachte“ Edelstahlspiralen bei Frauen mit asiatischem Migrationshintergrund sein. China begann in den 1950er-Jahren mit der Produktion von Gräfenberg-Ringen, die aus Edelstahl gefertigt waren. Die Produktion dieser Verhütungsringe wurde angeblich 1993 eingestellt, vereinzelt gibt es Fallberichte, dass sie bei älteren chinesischen Migrantinnen festgestellt wurden. Im Bereich von 1,5 T bis 3,0 T gibt es für die in Europa hergestellten Spiralen keine Bedenken, magnetisierbarer Edelstahl kann also für IUD auch in Zukunft nicht verwendet werden [4].

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

C. Brezinka gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden vom Autor keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://​creativecommons.​org/​licenses/​by/​4.​0/​deed.​de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 2/2019

Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich 2/2019 Zur Ausgabe

News-Screen Assistierte Reproduktion

News-Screen Assistierte Reproduktion

Editorial

Editorial