Skip to main content
main-content

04.02.2019 | Onkologie und Hämatologie | Übersichtsartikel | Onlineartikel

Weltkrebstag: Hospiz- und Palliativversorgung verbessern!

Mehr Würde am Ende des Lebens – Es ist höchste Zeit zu handeln! Unter diesem Motto fordern zum Weltkrebstag 2019 fordern die Österreichische Krebshilfe und die Österreichische Palliativgesellschaft die raschere Umsetzung des Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung.

cg/pm. Aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Medikamente, neue Behandlungsoptionen und Therapiekombinationen haben die Überlebens- und Heilungschancen bei vielen Tumorentitäten enorm verbessert. Es bleiben jedoch noch viele Fragen in der Behandlung und Versorgung von Krebspatienten offen. Ein wichtiger Bereich ist die Sterbebetreuung, wie Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Wien-Hietzing und Präsident der Österreichischen Krebshilfe bei einem Pressefrühstück anlässlich des Weltkrebstages betonte. Es sei wichtig, die Menschen zu begleiten, die ihre Krebserkrankung nicht überleben werden. Hier müsse die Versorgung verbessert werden und ein flächendeckendes Angebot für Menschen in der letzten Lebensphase geschaffen werden, das auch den Wunsch der allermeisten Patienten berücksichtigt, zu Hause betreut und gepflegt zu werden. Es fehlt hier an stationären und auch mobilen Einrichtungen. Damit stehe Österreich bei der „Qualität der Sterbebetreuung“ in einem internationalen Staatenvergleich mit Platz 17 von insgesamt 20 schlecht da, betonte Sevelda.

Palliativversorgung in Österreich: nur die Hälfte der Sterbenden können versorgt werden

Die spezialisierte Palliativversorgung ist in Österreich in Inhalt und Umsetzung genau definiert. Sie wird von zehn bis zwanzig Prozent aller sterbenden Menschen, überwiegend von solchen, die an einer Krebserkrankung versterben, benötigt. Aber nur die Hälfte jener Menschen, die eine Palliativversorgung brauchen und damit nachweislich besser leben und auch besser sterben würden, bekommen diese Versorgung in adäquater Form. Die andere Hälfte wird somit nicht ausreichend versorgt. In der Mehrzahl sind davon Krebspatienten betroffen.

In der Schlussempfehlung der parlamentarischen Enquete „Würde am Ende des Lebens“ (2014) wurden 51 Empfehlungen definiert und in weiterer Folge auch im Regierungsprogramm 2018 festgeschrieben. Dabei wurde auch ausdrücklich festgehalten, dass Kompetenzfragen (Bund, Länder, Sozialversicherung) und Finanzierungsstrukturen kein Hindernis darstellen dürfen, um den dringend notwendigen Ausbau von Hospiz und Palliative Care 2015 bis 2020 umsetzen zu können. Es wurden zwar einige Punkte umgesetzt, wie beispielsweise mehr Rechtssicherheit für die ärztliche Behandlung Sterbender oder das neue Patientenverfügungsgesetz, aber der Zuwachs an Palliativ- und Hospizversorgung geht leider viel zu langsam.

Faktum ist laut Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke von der Österreichischen Palliativgesellschaft, dass nach wie vor erst die Hälfte der dringend notwendigen Versorgungseinrichtungen für Erwachsene und Kinder vorhanden sind und von diesen wiederum nur ein kleiner Teil durch eine fixe Finanzierung (Regelfinanzierung) abgesichert sind.

Forderung: Die beschlossenen Maßnahmen sofort umsetzen

Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen darf nicht mehr auf sich warten lassen. Insbesondere unter dem Aspekt der angekündigten Pflegereform und Kürzungen in den verschiedensten Bereichen muss hier ein besonderes Augenmerk auf schwer kranke, sterbende Menschen, ihre Versorgung und Pflege und ihre pflegenden Angehörigen gelegt werden.

 Service                               

Die Österreichische Krebshilfe, die Österreichische Palliativgesellschaft und Hospiz Österreich haben eine Broschüre herausgegeben, einen Überblick über derzeitige österreichweite Hilfs- und Unterstützungsangebote gibt. Die Broschüre „Bestmögliche Lebensqualität in jeder Phase der Krebserkrankung“ ist bei allen Krebshilfe-Beratungsstellen in ganz Österreich kostenlos erhältlich sowie zum Download (http://bit.ly/2Gn3glU) verfügbar.

 ​​​​​​​Quelle: 

Pressefrühstück „Individualisiert. Personalisiert. Zielgerichtet. Maßgeschneiderte Behandlungsstrategien in der Krebstherapie 2019“, 29. Jänner 2019, AKH Wien. 

Veranstalter: Verein „Leben mit Krebs“ in Kooperation mit dem AKH Wien, der MedUni Wien, dem Comprehensive Cancer Center (CCC), dem Vienna Cancer Center (VCC) und der Österreichischen Krebshilfe

Bildnachweise