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16.04.2020 | DFP-Fortbildung | Ausgabe 11-12/2020 Open Access

Wiener klinische Wochenschrift 11-12/2020

Kardiogener Schock

Zeitschrift:
Wiener klinische Wochenschrift > Ausgabe 11-12/2020
Autoren:
Dr. Robert Zilberszac, Univ.Prof.Dr. Gottfried Heinz
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Kardiogener Schock (KS) ist ein Zustand kritischer Endorganhypoperfusion aufgrund eines kardialen Versagens. Zum Bild des klassischen KS gehören ein systolischer Blutruck < 90 mmHg, eine Lungenstauung, Nierenversagen, ischämische Hepatitis (Schockleber) sowie die klinischen Zeichen der Zentralisierung (Zyanose, kühle Extremitäten). Allgemein akzeptierte hämodynamische Cutoffs sind ein Herzzeitindex < 2,2 (l/min)/m2 sowie ein pulmonalkapillärer Verschlussdruck > 15 mmHg. Es gibt auch eine sogenannte nichthypotensive Velaufsform des KS mit erhaltehem Blutdruck.
Die bei weitem häufigste Ursache des KS ist nach wie vor das durch ausgedehnten Myokardinfarkt ausgelöste Pumpversagen und die Mortalitätsrate konnte dank breiter Verfügbarkeit der primären PCI auf ca. 40–50% gesenkt werden. Bei der akuten PCI im infarktbedingten KS soll nach derzeitigem Kenntnisstand nur das schuldige Koronargefäß wiedereröffnet werden.
Weitere wichtige Ursachen sind mechanische Infrarktkomplikationen wie Papillarmuskelruptur, Ventrikelseptumruptur oder Ruptur der freien Wand (i. e. die Perikardtamponade), Myokarditis und Kardiomyopathien im fortgeschrittenen stadium, sowie Klappenerkrankungen, vor allem die hochgradige Aortenklappenstenose.
In der Diagnostik des KS spielen Anamnese, klinische Untersuchung, EKG und vor allem die Echokardiographie und die Herzkatheteruntersuchung eine entscheidende Rolle. Die Echokardiographie sollte immer vor der Herzkatheterdiagnostik durchgeführt werden, da sie bei Vorliegen mechanischer Komplikatonen das weitere Vorgehen (operativ vs interventionell) entscheidend beeinflusst. Bei Zeichen des KS in Gegenwart einer paradoxerweise guten Linksventrikelfunktion muss unbedingt an eine Papillarmuskelruptur gedacht werden, insbesondere wenn ein Lateralinfarkt vorliegt.
Die medikamentöse Stabilisierung sollte primär mit Noradrenalin und Dobutamin erfolgen, beim Versagen konventioneller Therapiemaßnahmen kann heute auf mechanische Unterstützungsverfahren wie z.b ECMO oder Impella© zurückgegriffen werden. Die Frage inwieweit, bzw. welchen Patienten diese Verfahren einen Vorteil bieten können, ist derzeit Gegenstand laufender klinischer Studien.

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