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Radiologie 2. März 2015

Zusammenhänge im Blickfeld

Neue Techniken der Bildgebung erlauben eine ganzheitliche Sicht bei Herz-Thorax-Erkrankungen.

Nach dem Trend der Subspezialisierung in den vergangenen Jahren geht die Radiologie nun wieder einen Schritt in Richtung ganzheitliche Betrachtung: Vor allem im Bereich der Herz-Thorax-Erkrankungen rücken die Zusammenhänge stärker ins Blickfeld. Neue Technologien, die eine deutlich schnellere Untersuchung des gesamten Körpers ermöglichen, unterstützen diese Herangehensweise.

Erkrankungen von Herz und Thorax stehen sehr oft miteinander in Verbindung. Daher ist dieser Bereich prädestiniert für eine vernetzte Herangehensweise. Die Herz-Thorax Bildgebung kann in diesem Zusammenhang einen enormen Unterschied ausmachen. Eine Zusammenführung der bisher geltenden Subspezialisierung in kardiovaskuläre oder Thorax-Radiologie erscheint daher sinnvoll.

„In der Vergangenheit wurden Patienten radiologisch entweder mit einem Fokus auf Thorax- oder kardiovaskuläre Erkrankungen untersucht. Diese Entscheidung basierte in den meisten Fällen auf der Grundlage der klinischen Erstuntersuchung. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Situationen und Krankheiten, wo Thoraxschmerzen von Herzkrankheiten verursacht werden und umgekehrt. Es gibt ein umfangreiches Zusammenspiel zwischen Thorax und Herz und aus diesem Grund ist es interessant und sehr wichtig, dass dies mittlerweile genauer betrachtet wird“, erklärt Prof. Dr. Christian Loewe, Leiter der Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie der Medizinischen Universität in Wien.

Verschiedene Ursachen für Brustschmerzen

Zu den schwerwiegendsten Ursachen für Brustschmerzen im kardiovaskulären Bereich zählen akute Herzinfarkte oder akute Aorten-Erkrankungen. Ebenso kann akuter Brustschmerz aber auch auf Grund von einer Reihe an Lungenerkrankungen vorliegen, wie eine akute Lungenembolie oder Lungenentzündung. Die grundsätzliche Auseinandersetzung mit diesen lebensbedrohlichen Erkrankungen ist daher auch für den Radiologen notwendig. Ebenso entscheidend ist gleichzeitig, die Rolle der Bildgebung bei akutem und chronischem Brustschmerz richtig zu verstehen und die Resultate aus diesem neuen Blickwinkel heraus zu beurteilen.

„Wir sollten uns hierbei nicht nur auf einen einzigen Bereich, zum Beispiel die Koronararterien, fokussieren, sondern gleich das Herz als Gesamtes betrachten und dessen Anatomie und Funktion im Ganzen überprüfen“, so Loewe: „Darüber hinaus bietet die Bildgebung heutzutage eine exzellente Qualität und Auflösung an, sodass eine CT des Herzens auch die Lunge detailreich darstellt und genauso auch umgekehrt. Wir müssen also lernen, auch andere Organe gleich mit zu betrachten.“ Diese organüberschreitende Betrachtung gewinnt auch deswegen an Bedeutung, weil es in Risikogruppen häufig zu Überschneidungen kommt: Risikopatienten für kardiovaskuläre Erkrankungen, Arteriosklerose oder Lungenkrebs sind oft dieselben.

Kardiovaskuläre Komorbiditäten beachten

Der Fokus in der Radiologie liegt bei Rauchern neben den Auswirkungen auf die Arteriosklerose nach wie vor stark auf der Darstellung von Lungenemphysem und Atemwegserkrankungen. Aktuelle Empfehlungen für die Behandlung von COPD-Patienten haben aber gezeigt, dass hier viele kardiovaskuläre Komorbiditäten vorliegen, die behandelt werden müssen. Ebenso sollten, so Loewe, Wege gefunden werden, Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs, im selben Vorgang auf kardiovaskuläre Erkrankungen zu untersuchen.

Quelle: Pressemeldung ESR

ECR 2015

Der 27. Europäische Radiologenkongress (European Congressof Radiology/ECR) findet

• vom 4. bis 8. März 2015

• im Austria Center in Wien statt.

• Informationen: www.myESR.org

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