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Augenheilkunde 1. August 2009

Einfluss der Kultur- und Entquellungsdauer auf die Klarheit von transplantierten Hornhäuten

Die Organkultur von Spenderhornhäuten bietet verschiedene Vorteile, wie zum Beispiel eine bessere Transplantatauswahl für den Patienten, Verminderung von Antigen-präsentierenden Zellen, aber auch eine Regeneration des Epithels während der Langzeitkultur. In dieser Studie wurde der Einfluss der Lagerungs- und Entquellungsdauer auf die Klarheit der Hornhäute nach Transplantation untersucht und zusätzlich die Hochrisiko-Situation berücksichtigt. Diese retrospektive Studie ist ebenfalls ein wichtiger Teil in der Qualitätserfassung der von unserer Hornhautbank an verschiedene Augenzentren gelieferten Transplantate. Insgesamt wurden 179 Hornhäute untersucht, die in Organkultur bei 31° Celsius bis zu 6 Wochen gelagert wurden. Die Entquellungsdauer der Transplantate betrug 0 bis 5 Tage. Die Klarheit der Corneae wurde einen Tag vor Transplantation, am Transplantationstag, sowie einen, zwei und drei Tage, sowie eine Woche und drei Monate nach Transplantation begutachtet. Die Ergebnisse wurden mittels Kruskal-Wallis Test, Mann-Whitney-U Test, Chi-Quadrat Test und Chochran Test statistisch ausgewertet. Es zeigte sich, dass eine längere Lagerdauer zwischen 22 und 28 Tagen sich günstiger im Vergleich zu einer kurzen Kulturdauer von 0 bis 7 Tagen bezüglich der Klarheit am Transplantationstag auswirkte. Für alle anderen Untersuchungszeiten ergab sich kein Unterschied. Weiters fanden wir, dass sich die Hornhäute – vorausgesetzt die Transplantate besitzen eine hohe Endothelzelldichte von über 2000 Zellen/mm2 – bei einer Entquellungsdauer von bis zu 5 Tagen im Kurz- und Langzeit-Outcome bezüglich der Transparenz nicht unterschieden. Die Hochrisiko-Situationen waren im Vergleich zu den Nicht-Hochrisiko-Transplantaten im Gesamt-Follow-up statistisch signifikant häufiger trüb.

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