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© Med Uni Graz
Professor Tu Youyou (im Foto rechts) empfing Univ.-Prof. DDr. Gerhard Litscher (links) in Peking.
 
Komplementärmedizin 15. März 2016

East meets West

Chinesische Nobelpreisträgerin empfing Leiter des TCM Forschungszentrums Graz in Peking.

Die Nobelpreisträgerin für Medizin und Physiologie 2015, Professorin Tu Youyou, hat kürzlich Univ.-Prof. DDr. Gerhard Litscher von der Medizinischen Universität Graz im Rahmen einer internen Feier zum 60-jährigen Bestehen der Chinesischen Akademie für Chinesische Medizinische Wissenschaften als einzigen ausländischen Gast persönlich empfangen.

Der Biomediziner leitet an der Med Uni Graz zwei Forschungseinheiten und seit März 2007 das interuniversitäre „Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin“, welches von der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz gemeinsam gegründet wurde. Gerhard Litscher widmet sich seit fast 20 Jahren mit seinem Team unter anderem der Erforschung von Akupunktur mit modernsten High-Tech-Methoden auf der Basis von naturwissenschaftlichen Verfahren und hat intensive Kooperationen unter anderem mit der Institution der Nobelpreisträgerin im Bereich der Akupunkturforschung in China aufgebaut. Die elf Gastprofessuren und hochrangige Publikationen von Litscher belegen die erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China.

Bei der Festveranstaltung, die unter strengsten Sicherheitsvorschriften an der Akademie in Peking stattgefunden hat, war auch die chinesische Vizepremierministerin Liu Yandong anwesend. Gerhard Litscher wurde unter anderem die Möglichkeit geboten, der Nobelpreisträgerin zwei wissenschaftliche Arbeiten zu überreichen, welche unter der Erstautorenschaft von Frau Mag. pharm. Dr. scient. med. Daniela Litscher bereits im Dezember 2015 online publiziert wurden und das Wirken der Nobelpreisträgerin beschreiben und würdigen.

Nobelpreis der Medizin für TCM

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde der Medizinnobelpreis 2015 an eine Forscherin, die sich mit traditioneller chinesischer Medizin beschäftigt, verliehen. Die Chinesin Tu Youyou erhielt diese höchste Auszeichnung in der Medizin für Ihren exzellenten Beitrag zur Malariaforschung. Der Inhaltsstoff Artemisinin des Heilkrauts „Einjähriger Beifuß“ (Artemisia annua) stellt dank der Forschungen von Tu Youyou und ihrem Team ein wirksames Malariatherapeutikum dar. Forschungen zum Heilkraut Beifuß werden auch am TCM Forschungszentrum Graz u. a. in enger Kooperation mit der Institution der Nobelpreisträgerin, der „China Academy of Chinese Medical Sciences“ durchgeführt.

Artemisinin gegen Malaria

Die erste englischsprachige Publikation zu diesem Thema erschien im Jahr 1979. Zu diesem Zeitpunkt war Artemisinin bereits an mehr als 2.000 Patienten erfolgreich angewandt worden. In den nachfolgenden Jahren wurde die Weltbevölkerung auf das neue und vor allem wirksame Mittel gegen Malaria aufmerksam. Es dauerte aber einige Zeit, bis auch die Skeptiker im Westen von der Wirksamkeit des pflanzlichen Inhaltsstoffes überzeugt waren. Erst in den 1990er Jahren brachte eine westliche Pharmafirma ein Kombinationspräparat mit Artemisinin auf den Markt, was einen weiteren Meilenstein darstellte.

In Zusammenhang mit dem Heilkraut Beifuß und Moxibustion leistet auch die Forschungsgruppe von Gerhard Litscher am TCM Forschungszentrum Graz wichtige Forschungsarbeiten.

Weitere Informationen: Univ.-Prof. DI DDr. Gerhard Litscher, Gastprofessor an der China Academy of Chinese Medical Sciences,

Medizinische Universität Graz E-Mail:

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