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Arbeitsmedizin 1. Jänner 2008

Sollen Krankenhäuser vor geopathogenen Zonen schützen?

Der Glaube, dass geopathogene Zonen existieren und krank machen können, ist weit verbreitet. Er nimmt auch unter Ärzten zu. Gegenwärtig erhält er im Gesundheitswesen sogar eine ökonomische Dimension, wenn er Investitionskosten für angepriesene Schutzmaßnahmen verursacht und Krankenhausplanung, -entwurf und -betrieb beeinflusst. Aus diesem Grund ist diese Thematik nicht mehr nur eine private Grenzfrage, sondern auch von öffentlichem Interesse geworden. Angesichts fehlender Studien besteht daher wissenschaftlicher Klärungsbedarf. In einer Doppelblind-Studie wurde die Hypothese, es gäbe geopathogene Zonen, durch zwei unterschiedliche Ansätze untersucht. Einerseits wurde untersucht, ob überhaupt ortsgebundene biologische Effekte identifiziert werden können. Um von Wünschelrutengehern unabhängig zu sein, wurde dazu eine Untersuchungsfläche von 35 m2 gewählt, die groß genug war, um wenigstens eine der postulierten Störzonen zu enthalten. Innerhalb dieser Fläche wurden an 43 Probanden in Intervallen von 0,5 m Bioparameter wie Hautwiderstand, Reaktionszeit und Herzratenvariabilität untersucht. Skeptiker waren ausgeschlossen. Ortsgebundene Unterschiede wurden durch Punktzu-Punkt Analysen der lokalen Bioparameterverteilungen und durch Kreuzkorrelationsanalysen der räumlichen Verteilungen der Bioparameter untersucht. In einem zweiten Ansatz wurden 5 erfahrene Wünschelrutengeher gebeten, innerhalb der Untersuchungsfläche etwaige Störzonen zu lokalisieren. Dies geschah einerseits, um die geeignete Wahl der Fläche an sich zu verifizieren und andrerseits, um das räumliche Muster der Wünschelrutengeherangaben mit der Verteilung der Bioparameter korrelieren zu können. Keiner dieser Ansätze führte zu statistisch signifikanten Ergebnissen. Die Untersuchung bestätigt daher weder die Hypothese der Existenz geopathogener Zonen noch die Notwendigkeit von Abhilfemaßnahmen.

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