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Immunologie 1. Juni 2007

Epidemiologie von Allergien in Österreich. Ergebnisse des ersten Österreichischen Allergieberichts

Der erste Österreichische Allergiebericht fasst alle zur Verfügung stehenden epidemiologischen Daten zu Allergien in Österreich zusammen. Demnach beträgt die kumulative Prävalenz von Allergien in der Wiener Bevölkerung 27,6 % bei den Männern und 32,2 % bei den Frauen und die Periodenprävalenz im Jahr vor der Befragung 19,6 % bzw. 22,4 %. Bei Gesundenuntersuchungen berichteten 20,8 % der Männer und 23,1 % der Frauen über Allergien. Eine durch Prick-Test nachweisbare allergische Sensibilisierung gegenüber mindestens einem Inhalationsallergen ist jedoch bei 50,8 % der Allgemeinbevölkerung und bei 39,3 % der beschwerdefreien Personen nachweisbar. Eine Auswertung der Krankenhausentlassungen aller österreichischen Krankenhäuser zeigt, dass im Jahr etwa 12.000 Personen aufgrund einer Allergie in Krankenhäuser aufgenommen werden. Übereinstimmend mit internationalen Studien sind manche Bevölkerungsschichten in Österreich häufiger betroffen als andere. Frauen sind von Allergien etwas häufiger betroffen als Männer, das Geschlechtsverhältnis ist bei Kindern jedoch umgekehrt. Allergien kommen in allen Altersgruppen vor, wie aus den meisten internationalen Studien hervorgeht, sind am häufigsten Personen in der 3. Lebensdekade betroffen. Personen in höher gebildeten Schichten, höher qualifizierten Berufen und städtischen Regionen sind häufiger von Allergien betroffen als Personen aus niedrigeren sozio-ökonomischen Schichten und Gemeinden mit hoher Agrarquote. Der international aufgezeigte steigende Trend ist auch für Österreich nachvollziehbar mit einer Steigerung der Prävalenz von Heuschnupfen, Asthma und atopischem Ekzem, bei den Stellungsuntersuchungen um jeweils das 2fache, 3,6fache und 4,6fache zwischen 1986 und 2003/04. Zwischen 2003/04 und 2005 ist jedoch ein deutlicher Rückgang in der Allergieprävalenz zu verzeichnen. Gesundheitsberichte wie der erste österreichische Allergiebericht liefern die Basis für die internationale Vergleichbarkeit von Eckdaten. Die Auswirkungen von Erkrankungen auf das Gesundheitswesen können abgeschätzt und basierend auf den Daten Public Health Strategien entwickelt werden.

Thomas Dorner, Kitty Lawrence, Anita Rieder, Michael Kunze, Wiener Medizinische Wochenschrift

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