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Infektiologie 29. April 2014

Infektionen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus Typ 2 in Österreich

Einleitung: Die erste HIV-2 Infektion in Österreich wurde 1993 bei einem HIV-1 und HIV-2 koinfizierten Patienten aus Ghana beschrieben. Bisher wurden keine weiteren Arbeiten über HIV-2 Infektionen in Österreich publiziert.

Methodik: Ziel dieser Studie war es durch Anwendung serologischer und molekularer Techniken eine erste epidemiologische Erfassung von HIV-2 in Österreich durchzuführen und mittels Sequenzanalyse die zirkulierenden HIV-2 Stämme zu charakterisieren.

Ergebnisse: Im Zeitraum 2000–2009 sind in Österreich sechs HIV-2 Infektionen bei Patienten aus hochendemischen Ländern diagnostiziert worden. In einem Fall, wurde die HIV-2 Infektion erst 11 Jahre nach einer initialen HIV-1 Diagnose erkannt, und weitere Analysen bestätigten dabei das Vorliegen einer HIV-1/HIV-2 Koinfektion.

Schlussfolgerung: Die HIV-2 Epidemie konzentriert sich primär auf westafrikanische Länder, wobei soziokulturelle Faktoren wie Migration zu einer langsamen aber kontinuierlichen weltweiten Verbreitung beitragen. Eine HIV-2 Infektion bedingt eine spezifische antiretrovirale Therapie, da nicht alle HIV-1 Medikamente auch bei HIV-2 wirksam sind. Die HIV-1/HIV-2 Differentialdiagnose wird durch kreuzreagierende Antikörper erschwert und paradoxe Resultate (z. B. sinkende CD4-Zellzahl trotz HIV-1 viraler Suppression) sollten insbesondere bei Patienten aus Hochprävalenz-Regionen zu einer Neuevaluierung führen.

Ninon Taylor, Jan Marco Kern, Wolfgang Prammer, Alois Lang, Bernhard Haas, Martin Gisinger, Robert Zangerle, Alexander Egle, Richard Greil, Hannes Oberkofler, Josef Eberle, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2014

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