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Infektiologie 1. Februar 2010

FSME im Zeitalter allgemeiner Mobilität

Die 11. Konferenz der International Scientific Working Group on Tick-borne Encephalitis (ISW TBE) stand unter dem Motto "Von der Kindheit bis zum Seniorenalter: erhöhte Mobilität – gesteigertes Risiko für FSME-Infektionen?". Teilnehmer aus 26 Ländern einschließlich den USA und China berichteten über die jüngsten Entwicklungen und Trends im Hinblick auf lokale FSME-Infektionen, Impfschutz und Risikofaktoren. Im Speziellen wurde die Situation der Kinder und der Senioren diskutiert. Der aktuellen Datenlage zufolge haben sich Lokalisation und Ausdehnung endemischer FSME-Areale in den letzten Jahren im vermuteten Zusammenhang mit der Klimaerwärmung und der Ausbreitung der Zecken in höher gelegene Gebiete geändert. Die gesteigerte Mobilität der Menschen verstärkt die Exposition weiter; Aktivitäten im Freien und internationale Reisetätigkeit nehmen zu, auch und vor allem bei Personen über 50 Jahren, bei denen bereits per se ein höheres Risiko für Krankheitsmanifestationen, Komplikationen und Tod besteht. Die meisten Europäer verreisen innerhalb von Europa und wissen dabei oft nicht über endemische Gebiete Bescheid. Auf lange Sicht kann nur eine hohe Durchimpfungsrate eine niedrige Morbidität sicherstellen. Die Information der Öffentlichkeit ist die einzige effektive Maßnahme, mit der ein entsprechendes Bewusstsein geschaffen und dieses Ziel umgesetzt werden kann. Insgesamt sollte das Risiko der einzelnen Person für eine FSME-Infektion nicht als fixe Größe angesehen werden, sondern muss im individuellen Fall mithilfe des Wissens um endemische Gebiete und Risikofaktoren abgeschätzt werden.

Jochen Süss, Olaf Kahl, Horst Aspöck, Kathrin Hartelt, Antii Vaheri, Rainer Oehme, Gunnar Hasle, Hans Dautel, Christian Kunz, Nerija Kupreviciene, Sarah Randolph, Hans-Peter Zimmermann, Barry Atkinson, Gerhard Dobler, Kuulo Kutsar, Franz X. Heinz, Robert Steffen, Wiener Medizinische Wochenschrift 3/4/2010

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