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Innere Medizin 17. Februar 2015

Das Fußgelenk wird oft vergessen

Ein niedriger DAS28 garantiert keinen Stillstand der Erkrankung.

Ein geringer Wert für die Krankheitsaktivität bedeutet nicht immer, dass das entzündlich-rheumatische Geschehen in allen Gelenken zur Ruhe gekommen ist. Besonders die Fußgelenke entgehen oft der Aufmerksamkeit.

Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis kann trotz insgesamt sehr niedriger Werte für die Krankheitsaktivität, gemessen mit DAS28, ein einzelnes Gelenk weiterhin eine Synovialitis aufweisen.

Ist ein Gelenk der unteren Extremität betroffen, so wird dieses „rebellische Gelenk“ leicht übersehen. Denn der DAS28 bezieht – anders als der DAS44 – nicht die Fuß- und Zehengelenke ein. Ein niedriger DAS28-Wert garantiert daher keinen Stillstand der Erkrankung am einzelnen Gelenk, wie Prof. Stefan Rehart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) betont.

Daher sei es Aufgabe von Arzt und Patient, vermehrt auf geschwollene Fußgelenke zu achten, so Rehart beim DGRh-Kongress in Düsseldorf. Trotz guter systemischer Kontrolle der Erkrankung könne bei bis zu zehn Prozent der Patienten ein „rebellisches Gelenk“ auftreten. In diesen Fällen sei eine effektive lokale Therapie erforderlich, um einer Knochendestruktion mit Fehlstellungen und Funktionsverlusten vorzubeugen.

Die rheumatologischen Orthopäden empfehlen ein abgestuftes Vorgehen: Zunächst sollte in Abstimmung mit dem internistischen Rheumatologen geklärt werden, ob die systemische Therapie intensiviert werden kann oder muss, zum Beispiel durch die kurzzeitige Gabe von NSAR oder Kortison. Begleitend sollten konservative Verfahren wie Kälte- bzw. Wärmetherapie, Physio- und Ergotherapie oder Reizstromtherapie voll ausgeschöpft werden.

Bilde sich die schmerzhafte Schwellung nicht innerhalb von sechs bis zwölf Wochen zurück, sei es Zeit für lokale invasive Verfahren, wie eine Kortison-Infiltration ins Gelenk mit bis zu drei Infiltrationen innerhalb von sechs Wochen. Führt auch dies nicht zum Erfolg, sollte die Synovialitis operativ im Rahmen einer minimalinvasiven Gelenkspiegelung behandelt werden, unter Umständen ergänzt durch eine Radio- oder Chemosynoviorthese.

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