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© Karl Grobl / dpa
 
Infektiologie 26. April 2016

Moskitonetz unser

Afrika befindet sich in einem Teufelskreis aus Krankheit und Armut. 35 Prozent der Todesfälle in Nigeria.

Im Kampf gegen Malaria hat die Welt große Fortschritte gemacht. Doch Afrika bleibt ein Brennpunkt. Der Stich der Anopheles-Mücke ist auf dem Kontinent weiterhin oft ein Todesurteil.

Alle zwei Minuten stirbt in Afrika ein Kind an Malaria. Die Infektionskrankheit verursacht jeden vierten Tod südlich der Sahara. Das sind die nackten Zahlen zum Weltmalariatag am 25. April. Besonders für Kleinkinder ist der Parasit lebensgefährlich. 90 Prozent der weltweit fast 440 000 Malaria-Todesfälle im Jahr 2015 geschahen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika. Auch 88 Prozent der 200 Millionen neuen Malariainfektionen weltweit wurden dort registriert.

Es gibt mehrere Gründe, weshalb es den Kontinent besonders hart trifft. In Afrika wird Malaria vor allem durch den Parasiten Plasmodien falciparum übertragen, der die gefährlichste Form der Infektionskrankheit verursacht und die längste Überlebensdauer aller Malaria-Parasiten hat. Dazu kommt das tropische Klima, unzulängliche Gesundheitsversorgung und weit verbreitete Armut. Es bestehe eine direkte Verbindung zwischen Malaria, Armut und Ernährung – ein Teufelskreis, sagt Marie-Reine Fabry, die Malaria-Expertin der Unicef.

Malaria betrifft vor allem Menschen, die auf dem Land in schlecht gebauten Häusern leben, die nur wenig Schutz vor Anopheles-Mücken bieten. Wer aufgrund mangelhafter Ernährung über ein geschwächtes Immunsystem verfügt, hat geringere Chancen, sich gegen eine Infektion zu wehren. Malaria schafft auch neue Armut. Wer an Malaria erkrankt, kostet der Familie viel Geld: Ausgaben für Medikamente und Arztbesuche, kombiniert mit Einkommensausfall. Viele Familien geben nach Angaben der Johns Hopkins Universität in Baltimore ein Drittel ihres Haushaltseinkommens für die Behandlung von Malaria aus.

So schlimm die Daten sind – die Entwicklung gibt Anlass zu Hoffnung, selbst in Afrika. Immer weniger Menschen weltweit erkranken und sterben an Malaria. Ein Großteil der betroffenen Länder hat laut WHO die Zahl der Neuerkrankungen von 2000 bis 2015 um mindestens die Hälfte senken können. Auch in Afrika sanken die Todeszahlen seit 2000 um 66 Prozent. Mittlerweile schlafen mehr als die Hälfte aller Menschen südlich der Sahara unter mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen. Im Jahr 2000 waren es zwei Prozent. Im südlichen Teil Afrikas sieht die WHO Fortschritte. West- und Zentralafrika bleiben Brennpunkte. Nigeria ist mit 100 Millionen Infektionen und 300.000 Toten pro Jahr das am stärksten von Malaria betroffene Land der Welt. Zusammen mit der DR Kongo, ist Nigeria für 35 Prozent aller Malariatodesfälle verantwortlich. Der Stich der Anopheles-Mücke kommt oft einem Todesurteil gleich.

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