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Arteriosklerose-Prophylaxe mit Ginkgo biloba (EGb 761)

Die Vorbeugung oder Verzögerung der Arterioskleroseentstehung ist eine der bedeutsamsten Anti-Aging-Maßnahmen, da dies eine Möglichkeit zur Vermeidung von Myokardinfarkt und Schlaganfall ist. Der Erreichung dieses prophylaktischen Zieles kann möglicherweise eine phytochemische Behandlung dienen, die der Peroxidation von Blutlipiden aufgrund ihrer Radikalfängereigenschaften für reaktive Sauerstoffspecies (ROS) entgegenwirkt. So sind zum Beispiel oxidierte LDL-Partikel hochatherogen. Auf diesem Hintergrund erforschten wir in einer Pilotstudie die Wirkung von Ginkgo biloba (EGb 761, Rökan®novo), dessen Fängereigenschaften freier Sauerstoffradikale ausführlich dokumentiert sind, auf die arteriosklerotische Nanoplaquebildung bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten. Bei acht Patienten, die sich einer aortokoronaren Bypass-Operation unterziehen mussten, betrug die Reduktion der arteriosklerotischen Nanoplaquebildung nach einer 2-monatigen Therapie mit Ginkgo biloba-Spezialextrakt (EGb 761, 2 × 120 mg täglich, Rökan®novo, Spitzner Arzneimittel, Ettlingen, Deutschland) im Mittel 11,9 ± 2,5 % (p < 0,0078) und der Nanoplaquegröße 24,4 ± 8,1 % (p < 0,0234). Zusätzlich war die Superoxiddismutase (SOD)-Aktivität um 15,7 ± 7,0 % (p < 0,0391) aufreguliert, der Quotient oxLDL/LDL um 17,0 ± 5,5 % (p < 0,0234) erniedrigt und die Lipoprotein(a)-Konzentration um 23,4 ± 7,9 % (p < 0,0234) im Patientenblut nach der 2-monatigen Ginkgo-Einnahme vermindert. Die Konzentration der gefäßerweiternden Substanzen cAMP und cGMP war um 37,5 ± 9,1 % (p < 0,0078) bzw. um 27,7 ± 8,3 % (p < 0,0156) erhöht. Eine multimodale Regressions analyse ergab die Basis für eine mechanistische Erklärung der Nanoplaquereduktion unter Ginkgo-Behandlung. Der Arteriosklerose-hemmende Effekt ist der Aktivitätserhöhung der körpereigenen Radikalfängerenzyme zuzuschreiben sowie einer Beeinträchtigung der Risikofaktoren oxLDL/LDL und Lp(a). Weiterhin wurde das Offenhalten des Bypasses durch die signifikante Erhöhung der gefäßerweiternden cAMP- und cGMP-Konzentrationen kräftig unterstützt.

Günter Siegel, Petra Schäfer, Karl Winkler, Martin Malmsten, Wiener Medizinische Wochenschrift

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