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HNO 17. April 2014

Kehlkopfkrebs: Schlechte Zahnpflege als Risikofaktor

Eine Untersuchung an Patienten mit Krebs der oberen Luft-und Speisewege zeigt, dass eine schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen. Außerdem gibt es Hinweise, dass der exzessive Gebrauch von Mundwasser möglicherweise eine weitere Ursache für diese bestimmte Krebsform ist.

Als erwiesen gilt, dass Rauchen und Alkoholkonsum – besonders in Kombination – die Entstehung von Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs fördern. Auch ein niedriger sozioökonomischer Status ist ein anerkannter Risikofaktor. Bisher war aber nicht klar, ob zahnmedizinische Risikofaktoren unabhängig von diesen bereits bekannten Risikofaktoren wirken. Durch die methodische Vorgehensweise und die große Teilnehmerzahl (1.962 Patienten mit Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs und 1.993 Kontrollpersonen) gelang es nun, den Einfluss der einzelnen Risikofaktoren voneinander zu trennen. Und obwohl mehrere Risikofaktoren in Kombination natürlich die Wahrscheinlichkeit für die Krebsentstehung erhöhen, stellte sich heraus, dass schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnpflege als unabhängige Einflussfaktoren zu betrachten sind. Als Anzeichen für schlechte Mundgesundheit wurden in der Studie unter anderem häufiges Zahnfleischbluten und das Tragen von Zahnersatz angesehen. Als Anzeichen für eine schlechte Zahnpflege wurden insbesondere seltenes Zähneputzen und seltene Zahnarztbesuche bewertet.

„Menschen, die Prothesen tragen und keine eigenen Zähne mehr haben, sollten nicht glauben, regelmäßige Zahnarztbesuche seien überflüssig. Im Gegenteil“, sagt Dr. David Conway, Dozent an der Zahnklinik der Universität Glasgow und Mitautor der Studie.

In der Studie konnte außerdem gezeigt werden, dass exzessiver Gebrauch von Mundwasser – mehr als dreimal pro Tag – mit einem erhöhten Risiko für Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verbunden war. Es konnte allerdings nicht ermittelt werden, ob eine bestimmte Sorte von Mundwasser für die Risikoerhöhung verantwortlich ist.

Ahrens W et al.: Oral Oncology 2014; online 28. März

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