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Chemoradiatio ist palliativ wirksam

Eine Strahlentherapie kann fortgeschrittenen Lungenkrebs vorübergehend zurückdrängen. Dies gelang in einer aktuellen Studie aus Norwegen, ohne die Lebensqualität der Patienten wesentlich zu beeinträchtigen.

Der Wert einer Chemotherapie bei fortgeschrittenem Lungenkrebs ist belegt. Der Nutzen einer zusätzlichen Bestrahlung wurde jetzt erstmals in einer größeren Studie untersucht. In Norwegen prüften Ärzte das Verfahren an 191 Patienten mit einem inoperablen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom. Alle Patienten erhielten eine Chemotherapie, bei der Hälfte wurde zusätzlich eine Strahlentherapie durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: Die Chemoradiatio verlängerte die mittlere Überlebenszeit der Patienten von 9,7 auf 12,6 Monate. Dabei verschlechterte sich die Lebensqualität nicht, abgesehen von einer kurzen Phase während der Bestrahlung selbst. Die häufigste Komplikation war eine vorübergehende Ösophagitis. Sie trat bei mehr als 85 Prozent der Patienten auf.

Eine Ösophagitis kann für die Patienten kurzfristig sehr schmerzhaft sein und die Nahrungsaufnahme behindern. In der Studie kam es deswegen nicht selten zu Krankenhausaufenthalten. „Wir meinen, dass diese Belastung nur vertretbar ist, wenn sie die Perspektive auf eine Lebensverlängerung bietet“, sagt dazu Prof. Dr. Frederik Wenz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie DEGRO. Das galt in der Studie nur für Patienten, deren Alltagsaktivität noch nicht eingeschränkt war. Patienten, die durch Alter oder Erkrankung bereits stark behindert waren, hatten keinen Überlebensgewinn. Wenz weist auch darauf hin, dass sich noch wirksamere Wege finden müssen, um die Speiseröhre vor der Strahlung noch besser zu schützen.

Strøm HH et al.: Br J Cancer 2013; 109 (6): 1467–75

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