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Molekulare Medizin 1. März 2007

Einblicke in die molekulare Medizin: Entwicklung von neuen diagnostischen und prognostischen Paramet

In der Molekularen Medizin versucht man Krankheiten auf molekularer Ebene zu verstehen. Beispiele dafür sind die Analyse von Immunkomplexen sowie Rezeptor–Antirezeptor Verbindungen in der Klinischen Medizin. Entzündungen und Autoimmunreaktionen führen zu strukturelle Änderungen bei einigen Serumproteinen, deren Nachweis und Analyse neue Perspektiven für die Diagnose, Prognose, Therapie und Verlauf ermöglicht. Die moderne Medizin benötigt neue Technologien mit hoher Empfindlichkeit, Spezifität und Anwendbarkeit. Zum ersten Mal in Österreich kombinieren wir Fluoreszenz Korrelations-Spektroskopie (FCS), Surface-enhanced Laser Desorption/Ionisation Massenspektroskopie (SELDI-TOF) mit Computer gestützten Methoden der Molekularen Modellierung und Visualisierung. Experimentelle und Computer gestützte Methoden werden kombiniert, so dass die experimentellen und klinischen Daten auf der molekularen Ebene interpretiert werden können und umgekehrt neue Ansätze für erweiterte Untersuchungen gefunden werden. Wir führen die Kombination von diversen immunochemischen und theoretischen Methoden an geeigneten Medien wie Augenkammerwasser, Serum und hochgereinigte biologische Substanzen aus. Diese enthalten diverse Proteine, welche durch Tumor bedingte Enzyme und Entzündungsprodukte strukturell verändert wurden und dadurch einen verlässlichen Hinweis auf Erkrankungen geben können. Nachteile der erwähnten Technologien sind durch Multiplexing überwindbar. So konnten wir mittels SELDI-TOF Albumin im Augenkammerwasser nachweisen und wir erreichten eine hohe Empfindlichkeit beim Nachweis des Goodpasture Antikörpers mittels FCS. Die Resultate der Strukturanalyse von Albumin und Kollagen IV unter normalen Bedingungen dienen als Standard für zukünftige Untersuchungen. Software für die Strukturanalyse wurde bei uns entwickelt und die Ergebnisse werden hier anschaulich präsentiert. Die Kombination dieser Technologien ergibt neue Perspektiven für Diagnose and Therapie bestimmter Krankheiten. Da die verwendeten Technologien neu sind, sollte der wissenschaftlich interessierte Leser über die Möglichkeiten informiert werden.

Gernot P. Tilz, Marco Wiltgen, Ulrike Demel, Christian Faschinger, Hannes Schmidinger, Albin Hermetter, Wiener Medizinische Wochenschrift

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