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Onkologie 23. August 2015

Immuntherapie ist der neue „Schlager“

Großereignis Europäischer Krebskongress.

War 2012 beim Kongress der European Society of Medical Oncology in Wien die „zielgerichtete Therapie“ das Thema Nummer eins, ist jetzt die sogenannte „Immuntherapie“ bei Krebs der Hit.

Ein wissenschaftliches Großereignis in Wien wirft seinen Schatten voraus. Vom 25. bis 29. September findet in der Bundeshauptstadt der Europäische Krebskongress (ECCO 2015) mit rund 20.000 Teilnehmern statt. „Die Immuntherapie wird die Landschaft der Krebstherapie völlig verändern“, sagt der Organisator des Kongresses, der Wiener Onkologe Christoph Zielinski (Comprehensive Cancer Center MedUni Wien und AKH).

Ohne Zweifel hat in den vergangenen Jahren die zielgerichtete Krebstherapie („targeted therapy“) auf der Basis der molekulargenetischen Analyse von Tumoren die Behandlungsmöglichkeiten bei einigen bösartigen Erkrankungen deutlich verbessert. Ganz speziell auf bestimmte „Ziele“ an der Oberfläche von Tumorzellen (monoklonale Antikörper) oder der Wachstums-Signalwege in den Zellen (z. B. Tyrosin-Kinase-Hemmer) haben die Lebenserwartung zum Beispiel von Frauen mit bestimmten Mammakarzinomen (z. B. HER2-positive Brustkrebserkrankung) auch bei fortgeschrittener Erkrankung verbessert.

Aber der Effekt aller dieser Medikamente ist beschränkt - auf jene Tumorerkrankungen, bei denen jeweils die spezifisch angesteuerte Genmutation vorliegt. Darüber hinaus hält die Wirkung der Arzneimittel bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen nur relativ kurz an, weil sich Resistenzen bilden. Doch seit 2012/2013 sind die Onkologen weltweit dabei, eine neue Qualität in der medikamentösen Krebstherapie zu erreichen: Die sogenannte „Immuntherapie“, bei der es offenbar erstmals gelingt, das körpereigene Immunsystem zur ausreichenden Erkennung der bösartigen Zellen zu verhelfen und die darauf erfolgende Immunantwort zu nutzen.

Das Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron AG hat mit der deutschen Pharmafirma Evotec bereits kleine Wirkstoff-Moleküle als Kandidaten für eine Krebs-Immuntherapie per Pille entwickelt. Neuer Partner, auch für die klinischen Studien an Patienten, ist der internationale Pharmakonzern Sanofi. Er will bis zu 200 Millionen investieren.

Für weitere Nachrichten aus der Onkologie siehe auch www.springermedizin.at/memo---inoncology

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