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Keine Gefahr vom BH

Immer wieder tauchen Meldungen auf, wonach BHs, weil sie den Lymphfluss und damit den Abtransport von toxischen Stoffen behindern, die Entstehung von Brustkrebs fördern. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht. Auch eine jetzt veröffentlichte Analyse aus Seattle spricht das Wäschestück frei.

Für die Studie waren 1.513 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren zu ihrem aktuellen und früheren BH-Trageverhalten befragt worden. Bei 1.044 von ihnen war zwischen 2000 und 2004 ein invasives Mammakarzinom diagnostiziert worden: 454 duktale und 590 lobuläre Tumoren. Die übrigen, brustgesunden Frauen bildeten die Kontrollgruppe.

Da keine der beteiligten Frauen gänzlich auf einen BH verzichtet hatte, wurden Vergleiche angestellt, bei denen Tragezeit und Ausgestaltung berücksichtigt wurden. Doch egal, unter welchem Aspekt die Wissenschaftler das Objekt auch begutachteten, es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen: Ob die Frauen täglich weniger als 10 oder mehr als 14 Stunden einen BH trugen oder ob sie schon vor dem zwölften oder erst nach dem 15. Lebensjahr mit dem BH-Tragen begonnen hatten, fand keinen Niederschlag in der Brustkrebsrate. Ebenso wenig gab es einen signifikanten Zusammenhang mit der Verwendung von Bügel-BHs oder der Körbchengröße. Lediglich bei Cup-A-Trägerinnern zeichnete sich ein Trend zu einer erhöhten Rate für duktale und lobuläre Tumoren ab, der aber das Signifikanzniveau verfehlte.

Chen et al.: Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2014; online 5. September

CL/springermedizin.de, Ärzte Woche 41/2014

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