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Allgemeinmedizin 23. August 2016

Erfolge auch im hohen Alter

Frailty. Sowohl körperliches Training als auch soziale Unterstützung verringern Gebrechlichkeit und Mangelernährung, so ein von der MedUni Wien realisiertes Trainingsprogramm zur Reaktivierung älterer und gebrechlicher Menschen.

OTS. In Österreich sind laut Untersuchungen elf Prozent der über 65-Jährigen gebrechlich („frail“) und 41 Prozent sind von einer Vorstufe betroffen. Präventionsprogramme, die aus einer Kombination aus sozialer Unterstützung, Ernährungs- und Bewegungsintervention bestehen, können Mangelernährung und Frailty verhindern und Isolation und Einsamkeit lindern, vor allem bei denjenigen, die alleine leben und die Wohnung kaum verlassen.

Ehrenamtliche Laien „aktivieren“ gebrechliche Menschen

Die Medizinische Universität Wien, Institut für Sozialmedizin, initiierte gemeinsam mit dem Wiener Hilfswerk und der Sportunion Österreich das Projekt „Gesund fürs Leben“. Das Projekt wurde vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds gefördert. Ehrenamtliche Freiwillige (sogenannte „Buddies“) besuchten über einen Zeitraum von zwölf Wochen gebrechliche mangelernährte Personen (mit einem Durchschnittsalter von 83 Jahren) zweimal wöchentlich in ihren Wohnungen. Die geschulten Laien trainierten gemeinsam mit den gebrechlichen Personen (Krafttraining mit einem Theraband) und thematisierten Ernährungsaspekte. Eine aktive Kontrollgruppe erhielt ebenfalls Besuche, bei denen aber weder Ernährungs- noch Bewegungsinterventionen durchgeführt wurden.

Nach zwölf Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung im Frailty-Status und beim Mangelernährungsrisiko. Die Prävalenz eines mangelhaften Ernährungsstatus verringerte sich in der Trainings- und Ernährungsgruppe um 25 Prozent, die der Frailty um 17 Prozent. Bemerkenswert war, dass die Kontrollgruppe, die nur soziale Unterstützung erhalten hatte, auch Verbesserungen aufwies (23 Prozent weniger mangelhafter Ernährungsstatus bzw. 16 Prozent weniger Frailty).

Reges Sozialleben wichtig für körperliches Wohlbefinden im Alter

„Die Ergebnisse zeigen, dass eine gesunde Ernährung und eine körperliche Aktivität vor allem im Alter eine besondere Bedeutung zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens und der Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit haben“, erklärt Erstautorin Eva Luger, MSc vom Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien, „wesentliche Voraussetzung für gesunde Ernährung und körperliche Aktivität ist aber gerade bei älteren Menschen die soziale Unterstützung“.

„Ein reges Sozialleben und soziale Kontakte sind wichtige Faktoren, um so lange wie möglich selbstständig zu bleiben“, unterstreicht Studienleiter Prof. PD Dr. Thomas E. Dorner vom Institut für Sozialmedizin. „Es zeigte sich auch, dass geschulte Laien ähnlich gute Erfolge bei so einem Programm erzielen wie jene, die von Gesundheitsfachkräften durchgeführt werden.“ Da viele von Gebrechlichkeit betroffene Menschen alleine leben und kaum ihre Wohnung verlassen, sind Ernährungs- und Bewegungsprogramme, die auf soziale Unterstützung setzen, ein gutes Mittel zur Vorbeugung und Reduktion von Gebrechlichkeit.

Originalpublikation: Luger E, Dorner TE: Effects of a Home-Based and Volunteer-Administered Physical Training, Nutritional, and Social Support Program on Malnutrition and Frailty in Older Persons: A Randomized Controlled Trial. JAMDA - The Journal of Post-Acute and Long-Term Care Medicine 2016;17(7):671.39-671.e16

Lexikon

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