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Handekzeme beeinträchtigen die Lebensqualtät in verschiedenen Bereichen.
 
Dermatologie 23. Mai 2014

Test besteht den Test

Neuer Fragebogen zur Lebensqualität bei Handekzem schneidet im Vergleich gut ab.

Mit dem QOLHEQ steht jetzt erstmals ein Instrument zur Beurteilung der krankheitsspezifischen Lebensqualität von Patienten mit Handekzem zur Verfügung. Deutsche Experten haben dessen Validität und praktische Nutzbarkeit getestet — mit positivem Ergebnis.

Fragebögen zur krankheitsbezogenen Lebensqualität (HRQOL) finden ihren Einsatz nicht nur in klinischen Studien, sondern auch in der Praxis. Hier können sie unter anderem dazu dienen, Behandlungsstrategien anzupassen. Ein internationales Expertenteam hat nun speziell für Patienten mit Handekzem (HE) ein solches Instrument entwickelt, den QOLHEQ (Quality of Life in Hand Eczema Questionnaire). Der auch in deutscher Sprache vorliegende Bogen umfasst insgesamt 30 Fragen zu den Bereichen „Symptome“, „Emotionen“, „Funktion“ sowie „Behandlung/Prävention“.

Tests im Vergleich

Um die Validität des QOLHEQ zu testen, hat ein Team aus vier deutschen Dermatologie-Zentren (Heidelberg, Jena, München, Regensburg) den Fragebogen mit fünf etablierten generischen bzw. spezifisch dermatologischen Verfahren verglichen: dem Physician Global Assessment (PGA), dem Dermatology Life Quality Index (DLQI), dem Skindex-17, dem EQ-5D und einer numerischen Bewertungsskala (NRS) zur Messung der Krankheitsschwere. Außerdem wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um zu zeigen, wie empfindlich der Test auf (therapiebedingte) Veränderungen reagiert.

Das Assessment beruht auf den Daten von 294 HE-Patienten, die den Fragebogen beantwortet hatten. Diese waren im Schnitt 46,7 Jahre alt und litten seit durchschnittlich etwas mehr als fünf Jahren unter einem Handekzem. Dessen Stärke gaben sie auf einer Zehn-Punkte-Skala mit 5,2 an.

154 Teilnehmer hatten sich vier bis sechs Wochen nach der Indexbefragung zur weiteren Therapieplanung erneut im jeweiligen Behandlungszentrum eingefunden; nach einer weiteren Testrunde flossen ihre Daten in die Sensitivitätsanalyse ein.

Weitgehende Übereinstimmung

Nach geringfügigen Anpassungen zeigte sich eine weitgehende Übereinstimmung der einzelnen Bereiche im Fragebogen mit dem Rasch-Modell (α > 0,05). Die Reproduzierbarkeit der Subskalen war durchweg gut. Wie erwartet zeigte sich eine starke Korrelation mit den spezifisch-dermatologischen Instrumenten (DLQI: r = 0,75; Skindex-17: r = 0,85) und eine mittelmäßige Korrelation mit dem EQ-5D (r = -0,51), dem PGA (r = 0,34) und der vom Patienten berichteten Krankheitsschwere (r = 0,59).

Auch bei der Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen lieferte der QOLHEQ gute Ergebnisse. Mit einer Standard-Effektgröße (SES) von 0,62 war er den spezifischen Referenztests DLQI, Skindex-17 und EQ-5D deutlich überlegen.

Wie die Forscher um Robert Ofenloch von der Universität Heidelberg betonen, dient der QOLHEQ auch dazu, herausfinden, ob ein Patient in bestimmten Bereichen stärker beeinträchtigt ist als in anderen. So hätten z. B. manche Patienten weniger Einschränkungen bei den Symptomen, dafür aber stärkere in den Bereichen Emotionen oder Funktion. Solche Patienten profitierten möglicherweise von einer Verhaltensintervention, vermuten die Wissenschaftler.

Fazit

Der QOLHEQ ist nicht nur ein geeignetes Instrument, um im Rahmen von Studien abzuschätzen, welche Bereiche bei einer vorgegebenen Intervention verbessert werden können. Er lässt sich auch in der dermatologischen Praxis nutzen, um Therapiestrategien bei Handekzem-Patienten sinnvoll anzupassen.

 

Originalpublikation: Ofenloch RF et al.: Br J Dermatol 2014; online 7. Jänner

springermedizin.de, Ärzte Woche 22/2014

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