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Anästhesie 1. Juni 2010

Polypharmazie und Schmerztherapie

Schmerzen betreffen besonders ältere und chronisch kranke Bevölkerungsgruppen. Häufig findet sich die Schmerztherapie als Ergänzung zu einer bereits bestehenden Polypharmazie. Neben unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind es vor allem Interaktionen, welche es zu beachten gibt. Die Gruppe der nichtsteriodalen Antirheumatika (NSAR) hat das größte Gefahrenpotential. Im Vordergrund stehen gastrointestinale, kardiovaskuläre und renale Effekte sowie Wirkungen auf das Gerinnungssystem. Paracetamol hat neben der bekannten (in hohen Dosen) toxischen Wirkung auf die Leber, ähnliche Interaktionen wie die NSAR, allerdings in einem geringeren Ausmaß. Metamizol ist nach der aktuellen Studienlage besser als sein Ruf, das Interaktionspotential ist als gering anzusehen. Im Bezug auf Tramadol sowie auch einige stark wirksame Opioide (insbesondere Pethidin) sind vor allen das Serotonin-Syndrom und die ZNS dämpfende Wirkung zu nennen. Auf Grund des erheblichen Gefahrenpotentials bei einer bestehenden Polypharmazie ist es in vielen Fällen ratsam, bei der Auswahl der Analgetika vom WHO-Stufenschema in der Schmerzbehandlung abzusehen.

Markus Gosch, Birgit Böhmdorfer, Ursula Benvenuti-Falger, Peter Dovjak, Bernhard Iglseder, Monika Lechleitner, Ronald Otto, Regina E. Roller, Ulrike Sommeregger, Wiener Medizinische Wochenschrift 11/12/2010

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