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Von Dr. Ronny Tekal, Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.medizinkabarett.at
 
Leben 11. Mai 2016

Der grippale Infekt

Es ist Zeit, sich wieder den alltäglichen medizinischen Themen zuzuwenden.

Nachdem die große Politik doch auch immer wieder als Thema für die vergangenen Kolumnen herhalten musste, möchte ich wieder zu meinen Leisten zurückkehren, um über etwas gänzlich Unverfängliches zu schreiben: über das medizinische Kerngeschäft, über Gesundheit und Krankheit. Also werde ich mich heute nicht zu Themen wie der Bundespräsidentenwahl äußern, nicht darüber spekulieren, ob der typische Österreicher nun zum Rechtsträger geworden ist, und wie der Kandidat mit dem inländerfreundlichen Lächeln in 112 Österreichischen Gemeinden die absolute Mehrheit bekommen konnte, obwohl ihn doch kaum einer gewählt hat. Daher muss auch nichts geschrieben werden über den Umstand, dass natürlich auch andere europäische Länder wie Frankreich blau eingefärbt wurden, es hierzulande jedoch gar keinen Terror braucht, sondern mitunter nur eine Erweiterung der Kurzparkzonen ausreicht, um nach rechts zu rücken.

Ich bin froh, heute nicht auf die Xenophobie hinweisen zu müssen, die um jedem südländisch wirkenden adipösen Verkäufer beim Obststand am Naschmarkt einen Sprengstoffgürtel mutmaßt. Auch wenn die mögliche Existenz eines solchen Gürtels statistisch gesehen gesundheitlich unbedenklicher ist, als das pestizidveredelte Obst, das er verkauft.

Es ist in der aktuellen Ausgabe sicher kein Platz, um über Satirefreiheit zu philosophieren. Heute wird weder ein türkischer noch ein österreichischer Populist einer Schmähkritik ausgesetzt. Und auch, dass uns Medien aus dem nördlichen Ausland wieder mal feixend als Nazivolk bezeichnen, soll keinen Platz in dieser Kolumne haben, selbst wenn sie sich explizit der Heil-Kunst widmet.

Es geht auch nicht um Unwetter, Erdbeben oder Flugzeugabstürze und die zahlreichen TV-Debatten darüber, ob man nun für oder gegen solche Katastrophen zu sein hat. Demzufolge gibt es auch keinen Grund, sich der Gefahr zunehmender Globalisierung zu widmen, sei es TTIP oder Starbucks, bei dem die Bohnen aus dem sonnenverwöhnten Panama am besten munden. Auch nicht, warum es zwar gerade noch legal ist, sein weiß gewaschenes Schwarzgeld in einer Steueroase zu parken, nicht jedoch, einen Kugelschreiber mit Firmenlogo anzunehmen.

Da heute die Medizin selbst (und nicht die Protagonisten des Systems) im Mittelpunkt stehen soll, brauche ich mich auch nicht auszulassen über Ärzteproteste, miese Arbeitsbedingungen im Untertagebau einer Klinik oder Einsparungsmaßnahmen, die dazu führen, künftig die Patienten in Krankenzimmern mit Zweibett-Betten unterbringen zu müssen. Ich werde nichts zu den heftigen Disputen über Primär-, Sekundär- und Tertiärversorgungszentren sagen, und ob es statt den PHC- nicht lieber THC-Zentren geben sollte, die für Patienten und Personal gleichermaßen eine entspanntere Atmosphäre bedeuten könnten Daher widmet sich die vorliegende Kolumne ausschließlich einem Thema: Dem grippalen Infekt.

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